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Jeder vierte Drogentote ist unter 25: Maria Ebene schlägt Alarm

Fast täglich stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Drogenkonsums. Am internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende macht die Stiftung Maria Ebene auf die Schicksale hinter den Zahlen aufmerksam und appelliert, Suchterkrankungen frühzeitig behandeln zu lassen. ©Canva (Symbolbild)

Am 21. Juli wird weltweit der verstorbenen Drogengebrauchenden gedacht. Die Stiftung Maria Ebene nutzt den Gedenktag, um auf die steigende Zahl junger Drogentoter aufmerksam zu machen, und appelliert, Hilfsangebote früher in Anspruch zu nehmen.

Fast täglich ein Drogentoter in Österreich

Am 21. Juli wird weltweit der Menschen gedacht, die an den Folgen ihres Drogenkonsums oder einer Suchterkrankung verstorben sind. Für die Beratungsstelle Clean der Stiftung Maria Ebene ist der internationale Gedenktag weit mehr als ein stilles Erinnern. Er soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass hinter jeder Statistik ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, Angehörigen und sozialen Beziehungen steht.

Der Schmetterling ist das offizielle Symbol für den internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli. ©Beratungsstelle Clean/private Aufnahme

Laut dem aktuellen Epidemiologiebericht starben im Jahr 2024 österreichweit 257 Menschen unmittelbar an den Folgen einer Überdosierung. Damit verliert in Österreich nahezu täglich ein Mensch sein Leben durch Drogenkonsum. Rund 80 Prozent der Todesopfer waren Männer. Die Zahl jener Menschen, die indirekt an den Folgen ihrer Suchterkrankung sterben, dürfte laut Experten deutlich höher liegen.

Besorgniserregender Trend bei jungen Menschen

Besonders alarmierend sei die Entwicklung bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten. Bereits seit mehreren Jahren entfällt laut Epidemiologiebericht jeder vierte drogenbedingte Todesfall auf Menschen unter 25 Jahren. Gleichzeitig gebe es zunehmend Hinweise auf junge Personen mit besonders riskantem Konsumverhalten, die von bestehenden Suchthilfeangeboten nicht erreicht werden.

Hilfe wird oft erst spät gesucht

Suchterkrankungen seien schwere chronische Erkrankungen, bei denen psychische, körperliche und soziale Faktoren eng zusammenspielen, betont die Stiftung Maria Ebene. Dennoch nehmen viele Betroffene lange Zeit keine professionelle Unterstützung in Anspruch.

"Leider sucht nur etwa jede zehnte betroffene Person professionelle, fachliche Unterstützungsangebote auf. Dabei können Beratungs- und Therapieangebote besonders dann hilfreich sein, wenn wiederholte Veränderungsversuche stattgefunden haben und Betroffene bzw. deren Angehörige nicht mehr weiterwissen", sagt David Junker, Bereichsleiter der Beratungsstellen Clean.

David Junker von der Beratungsstelle Clean der Stiftung Maria Ebene macht auf den internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli aufmerksam, denn jede und jeder Drogentote ist eine bzw. einer zu viel.  ©Stiftung Maria Ebene/Frederick Sams

Ein zentrales Problem bleibe, dass viele Menschen Hilfe erst sehr spät oder gar nicht suchen. Deshalb sei es entscheidend, frühzeitig Unterstützung anzunehmen. "Umso wichtiger ist es, früh Unterstützung zu suchen und hinzuschauen, wenn Hilfe gebraucht wird", betont Junker.

Beratungsangebote in Vorarlberg

In Vorarlberg stehen Betroffenen und Angehörigen mehrere Beratungsangebote zur Verfügung. Dazu zählen die Beratungsstellen Clean der Stiftung Maria Ebene in Bregenz, Feldkirch und Bludenz sowie weitere Einrichtungen wie die Caritas-Suchtfachstellen oder die Beratungsstelle Die Fähre. Die Unterstützung reicht von niederschwelligen Erstgesprächen über ambulante Beratung bis hin zu stationären Behandlungen.

"Im Umgang mit Suchterkrankungen braucht es Verständnis, Geduld und ein Umfeld, das anspricht und zuhört. Wir sehen, dass die Genesung selten geradlinig verläuft. Oft bedeutet es vielmehr, wieder aufzustehen, weiterzumachen, dranzubleiben. Der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende ist deshalb nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein Tag des Hinschauens und Zuhörens", so Junker.

Wer Unterstützung sucht, findet Informationen unter clean.mariaebene.at, www.diefaehre.at und www.caritas-vorarlberg.at.

Weitere Informationen zum Gedenktag gibt es unter www.dufehlst.at und www.gedenktag21juli.de.

(VOL.AT)

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