Jugendliche setzen Zeichen gegen Ablenkung im Straßenverkehr
Ein kurzer Blick aufs Handy, eine eingehende Nachricht oder ein Like in den sozialen Medien: Was für viele Jugendliche zum Alltag gehört, kann im Straßenverkehr fatale Folgen haben. Genau auf diese Gefahr machte ein landesweiter Kreativwettbewerb aufmerksam, zu dem die Bildungsdirektion Vorarlberg und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aufgerufen hatten.
Insgesamt 108 Arbeiten wurden eingereicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich dabei mit Gemälden, Collagen, Comics und anderen kreativen Formaten mit dem Thema Ablenkung auseinander. Nun wurden die acht besten Projekte im Rahmen einer Vernissage in Dornbirn ausgezeichnet.
Siegerarbeit aus Zwischenwasser überzeugte die Jury
Den ersten Platz sicherte sich die 4a-Klasse der Mittelschule Zwischenwasser. Ihr Projekt trägt den Titel "100 Prozent Akku. 0 Prozent Aufmerksamkeit" und thematisiert die Gefahren der Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr.
Besonders beeindruckte die Jury die Kombination aus klassischer Bildgestaltung und digitalen Elementen: Zwölf dargestellte Alltagssituationen wurden über QR-Codes mit eigens produzierten Videos verknüpft. Ergänzt wurde das Werk durch die Botschaft: "Ein Like, ein Blick – nur ganz kurz hin, doch genau da liegt der Fehler drin."
Landesstatthalter Christof Bitschi würdigte das Engagement der Jugendlichen: "Wir sind nicht nur überwältigt von der hohen Zahl an 108 Einreichungen, sondern auch von der enormen Kreativität der Jugendlichen. Unser Dank gilt aber auch den Lehrkräften in den Schulen für die Ermutigung der Jugendlichen, damit sie sich mit dem wichtigen Thema Ablenkung im Straßenverkehr in Form von Bildern auseinandersetzen."
Unachtsamkeit fordert jedes Jahr Hunderte Verletzte
Der Wettbewerb hat einen ernsten Hintergrund: Nach Angaben des KFV werden in Vorarlberg jährlich durchschnittlich rund 870 Menschen bei Unfällen verletzt, die auf Unachtsamkeit oder Ablenkung zurückzuführen sind. Vier Personen kommen dabei im Schnitt ums Leben.
Besonders alarmierend sei laut einer KFV-Umfrage die Wahrnehmung vieler Jugendlicher. Demnach halten lediglich 29 Prozent das Lesen von Nachrichten am Smartphone während der Teilnahme am Straßenverkehr für gefährlich.
"Jedes der eingereichten und ausgezeichneten Projekte hat nicht nur dazu geführt, dass sich die beteiligten Jugendlichen selbst sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Ihre Werke erfüllen auch eine wichtige Multiplikator-Funktion, weil durch ihre Arbeiten andere Menschen landesweit auf die Gefahren von Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden", erklärte KFV-Experte Martin Pfanner.
Ausstellung zwei Wochen lang öffentlich zugänglich
Gastgeber der Preisverleihung war der ÖAMTC Vorarlberg in seinen neuen Räumlichkeiten in Dornbirn. Dort werden die prämierten Werke in den kommenden zwei Wochen auch öffentlich ausgestellt.
"Die Verkehrssicherheit zu erhöhen, zählt zu den wichtigsten Aufgaben des ÖAMTC Vorarlberg. Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen auf Vorarlbergs Straßen. Umso wichtiger ist es, junge Menschen früh für die damit verbundenen Risiken zu sensibilisieren", sagte Darko Markovic, Leiter der Kommunikation beim ÖAMTC.
Das sind die weiteren Preisträger
Auf Platz zwei landete Melina Pickelmann, angehende Zimmerin im ersten Lehrjahr an der Landesberufsschule Dornbirn 1. Ihre Arbeit stellt die Botschaften "Verpasse nichts! Dein Feed, dein Leben" und "Disziplin statt Ablenkung" gegenüber.
Den dritten Rang belegten Maria Lingenhel und Franziska Parhammer vom Sacré Coeur Riedenburg in Bregenz mit ihrem Projekt "Tobis Leben". Das gebastelte "Kartonkino" wurde ebenfalls über einen QR-Code mit einem selbst produzierten Video ergänzt.
Die weiteren Plätze gingen an:
- Emely Franzelin (4.) – "Ablenkung ist tödlich, sei kein Mörder"
- Aurel Pohn (5.) – "Superheld"
- Amelie Gröber (6.) – "Ihr macht uns Angst"
- Amariah Schwela (7.) – "Der letzte Augenblick"
- Romi Hämmerle (8.) – "Keine Augen füreinander"
Mit ihren Arbeiten setzen die Jugendlichen ein deutliches Zeichen für mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme auf Vorarlbergs Straßen.
(VOL.AT)