Keltenschatz in Bayern bleibt verschwunden - 20.000 Euro Belohnung für Hinweise
Der Boden ist wieder geglättet, die Spürhunde abgereist, die Absperrbänder längst entfernt. Doch der spektakuläre Diebstahl des Manchinger Keltengoldes beschäftigt die Ermittler weiterhin intensiv. Nach einer großangelegten Suchaktion auf einem Grundstück in Plate bei Schwerin bleibt der größte Teil des historischen Schatzes verschwunden.
Einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle Deutschlands
In der Nacht auf den 22. November 2022 drangen Täter in das Kelten Römer Museum im bayerischen Manching ein und entwendeten 483 keltische Goldmünzen sowie einen Goldgusskuchen. Der Schatz gilt als bedeutendster keltischer Goldfund des 20. Jahrhunderts. Insgesamt hatte die Beute ein Gewicht von rund 3,7 Kilogramm und ist mehr als 2.000 Jahre alt.
Vier Männer wurden inzwischen festgenommen und vom Landgericht Ingolstadt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Ein Teil der Münzen – rund 500 Gramm Gold – konnte sichergestellt werden. Der Großteil des Schatzes bleibt jedoch verschwunden: Noch immer fehlen 411 Goldmünzen und der Goldgusskuchen.
Ermittler suchten tagelang in Plate
Vergangene Woche durchsuchte die Kunstfahndung des Bayerischen Landeskriminalamts erneut das Anwesen des mutmaßlichen Haupttäters in Plate nahe Schwerin. Unterstützt wurden die Beamten dabei von internationalen Experten, darunter auch einer auf illegalen Kulturguthandel spezialisierten Taskforce der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
Mit speziell trainierten Spürhunden, Radar- und Röntgentechnik sowie einer akribischen Durchsuchung des rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstücks wollten die Ermittler mögliche Verstecke aufspüren. "Wir haben wirklich jeden Stein von rechts nach links gedreht", sagte LKA-Sprecher Fabian Puchelt.
Trotz des enormen Aufwands blieb die Suche erfolglos. "Zumindest ist jetzt sehr wahrscheinlich, dass der Schatz nicht mehr auf dem Grundstück ist", so Puchelt weiter.
LKA setzt nun auf Hinweise aus der Bevölkerung
Nach der erfolglosen Suchaktion richtet sich die Hoffnung der Ermittler nun verstärkt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Gemeinsam mit der Archäologischen Staatssammlung München und dem Zweckverband kelten römer museum manching hat das Bayerische Landeskriminalamt deshalb eine Belohnung von insgesamt 20.000 Euro ausgelobt.
Die Summe setzt sich aus 5.000 Euro des BLKA, 5.000 Euro der Archäologischen Staatssammlung sowie 10.000 Euro des Museums-Zweckverbands zusammen.
"Wir hatten bereits am Anfang eine Belohnung zu Hinweisen zu den Tätern ausgerufen. Doch jetzt geht es um sachdienliche Hinweise zum Goldschatz direkt", erklärte LKA-Sprecher Florian Puchelt.
Hinweise können beim Bayerischen Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 089 12120 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden.
Sollte Gold von Partnerhin verkauft werden?
Im Zentrum der Ermittlungen steht weiterhin ein Mann aus Plate, der als mutmaßlicher Haupttäter gilt und zu elf Jahren Haft verurteilt wurde. Laut Ermittlern wird zudem gegen seine Partnerin wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Beide bestreiten die Vorwürfe beziehungsweise schweigen bislang zum Verbleib des Schatzes.
Die Hoffnung auf eine Rückkehr des berühmtesten Ausstellungsstücks nach Manching bleibt damit vorerst unerfüllt.
(VOL.AT)