Kinox und movie4k gesperrt: Fragen und Antworten zu Providersperren

Kinox und movie4k ab heute auf vier Providern gesperrt
Kinox und movie4k ab heute auf vier Providern gesperrt ©Screenshot
Das Handelsgericht Wien hat eine einstweilige Verfügung zur Sperre der Portale movie4k und kinox erlassen. Betroffen davon sind die Provider A1, Drei, Tele2 und UPC. Die Sperre gilt ab sofort.
kinox und movie4k gesperrt

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

1.Was sind kinox.to und movie4k.com?

Movie4k.to und kinox.to, die Anlass für das Verfahren waren, sind Streaming- und Download-Portale, die Internetusern kostenlos freien Zugang zu Tausenden Spielfilmen und TV-Serien ermöglichen. Die aktuelle Sperre betrifft allerdings nicht die Seite an sich, nur die genannten Provider A1, Drei, Tele2 und UPC müssen den Zugang auf die Portale sperren.

2. Wie kam es zu der Sperre?

Alles hat mit dem Film von Michael Haneke (“Das weiße Band”) begonnen. Dieser war auf kino.to verfügbar und dadurch wurde ein jahrelanger Rechtsstreit über alle Instanzen ausgelöst. Schließlich kamen die Gerichte zum Urteil, dass Netzsperren zulässig sind.

Im aktuellen Fall reichte der VAP (Verein Anti-Piraterie) die Klage Ende August ein, nachdem seine Aufforderungsschreiben bezüglich Netzsperren von den Providern ignoriert wurden. Aufgrund der eingebrachten Sammelklage gegen vier große Internetprovider hat das Handelsgericht Wien eine einstweilige Verfügung zur Sperre des Zugangs zu den Filmportalen movie4k und kinox erlassen. Diese musste bis zum heutigen Freitag von den Providern umgesetzt werden.

Für VAP-Geschäftsführer Werner Müller kam das Urteil aufgrund der für ihn eindeutigen Rechtslage wenig überraschend und meinte in einer Presseaussendung zum Urteil: “Es wurde wieder einmal bestätigt, dass Konsumenten kein Grundrecht auf Zugang zu kriminellen Internetangeboten haben. Das halten sinngemäß auch die AGBs der Provider fest.”

3. Warum kam es zu dieser Sperre?

Der VAP hat die Provider geklagt, da auf den besagten Seiten den Internet-Nutzer ein umfangreiches Streamingangebot zur Verfügung steht. Vereine wie der VAP setzen sich dafür ein, dass illegales Downloaden nicht mehr im heutigen Ausmaß stattfinden darf, da sie der Ansicht sind, dass der Wirtschaft und insbesondere den Produzenten und Künstlern schadet.

5. Was macht der Verein Anti-Piraterie?

Der VAP setzt sich für für die Rechte von österreichischen Filmverleihern, Home-Entertainment-Unternehmen, Film- und Fernsehproduzenten, Zulieferer der Filmbranche und Kreativen ein. Er versucht mit Öffentlichkeitsarbeit, gerichtlichen Klagen und Lobbyingarbeit auf Piraterie hinzuweisen und ein “Unrechtsbewusstsein zu schaffen”.

4. Wie lassen sich die Sperren umgehen?

Je nach Art der Sperrung ist es entweder relativ einfach diese zu umgehen, kann aber auch ganz schön knifflig werden. Bei einer DNS-Sperre, die eigentlich sehr einfach zu umgehen ist, muss man einfach nur anstatt der Internetadresse der Homepage – in diesem Fall kinox.to oder movie4k.com – die direkte IP-Adresse eingeben. Das wäre im Fall von kinox “91.202.61.170” und bei movie4k “91.202.63.160”. IP-Sperren sind etwas schwieriger zu umgehen, aber es ist immer noch möglich. Dies geschieht dann beispielsweise durch die Nutzung des Anonymisierungsdiensts Tor oder VPN-Lösungen.

 6. Und die Piratenbucht?

Piratebay.se ist eine der beliebtesten Adressen für legale und illegale Downloads aus Schweden. Eigentlich wollte der VAP durch die Klage auch Pirate Bay sperren lassen, da aber auf der Seite auch legale Dateien – zum Beispiel von Musikern bereitsgestellte Daten – heruntergeladen werden können, wurden sie vorerst von der Klage ausgenommen.

7. Was wird kritisiert?

Derartige Blockaden werden oftmals als “Einfallstor zur Zensur” kritisiert, werden aber in Zukunft häufiger vorkommen. Viele sind außerdem der Meinung, dass man mit der Regelung den Weg in die falsche Richtung geht. Es ist ihrer Ansicht nach falsch, die Provider und nicht die Seiten-Betreiber an sich zu bestrafen. International bereitet den Provider vor allem die mögliche Sperrung von VPNs Sorgen, denn damit könnten auch IP-Sperren nicht mehr umgangen werden.

8. Wie geht es weiter?

Auch die Musikbranche fordert Sperren von illegalen Download-Seiten, diese wurden allerdings bisher noch nicht umgesetzt. Die folgenden Seiten könnten betroffen sein: isohunt.to, 1337x.to und h33t.to.

Beliebte Seiten wie The Pirate Bay sind oft über mehr als eine URL und IP-Adresse erreichbar. Die entsprechenden Seiten werden von Fans und Aktivisten einfach geklont und unter weiteren Adressen bereitgestellt – so bereits geschehen im Fall von kinox.to und movie4k.

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