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Kleine Fertighaus-Vertriebsfirma legt Millionenpleite hin

17 Gläubiger betroffen: Sanierungsverfahren für Hausvertrieb läuft ©VOL.AT/Paulitsch

Aus zunächst 300.000 Euro wurden anerkannte Forderungen von rund einer Million Euro. Nun soll sich eine Firma aus Fußach mit einem Sanierungsplan entschulden.

Anerkannte Forderungen von rund einer Million Euro angehäuft

Das Danwood-Fertighaus-Vertriebsunternehmen Ma.Gn.AT-House GmbH in Fußach hat anerkannte Forderungen von rund einer Million Euro angehäuft und will sich mit einem 40-prozentigen Sanierungsplan entschulden – Grund für den Liquiditätsengpass könnten Verbindlichkeiten der beiden geschäftsführenden Gesellschafter gegenüber ihrer eigenen Firma in Höhe von mehreren 100.000 Euro sein.

Anfang April 2026 ist das vor allem auf den Vertrieb von Fertighäusern des international tätigen Herstellers Danwood spezialisierte Unternehmen Ma.Gn.AT-House GmbH in Fußach wie berichtet auf Antrag des Finanzamtes in die Insolvenz gegangen. Bei Verfahrenseröffnung war die Rede von damals bekannten Verbindlichkeiten in Höhe von 300.000 Euro.

Doch das Insolvenzverfahren ist in der Zwischenzeit in andere Dimensionen vorgestoßen. Wie Nathaniel Heinritz, der Leiter des KSV1870 Vorarlberg, auf wpa-Anfrage erklärte, habe der Masseverwalter Forderungen in Höhe von rund einer Million Euro anerkannt. Es seien 17 Gläubiger betroffen. Hauptgläubiger sei eine Tiroler Bank, die über eine Liegenschaft in Tirol besichert sei. Dazu kommen neben der Finanz auch die ÖGK und zwei Gemeinden. Auf die Bank und das Finanzamt würde der Löwenanteil der Forderungen entfallen.

Keine Hauskäufer betroffen

Von der Insolvenz sind keine Hauskäuferinnen und -käufer betroffen, da Ma.Gn.AT nur auf den Vertrieb der Fertighäuser spezialisiert ist und dafür eine Vermittlungsprovision erhält. Die Kundschaft bezahlt das Haus unterdessen direkt beim Hersteller. Danwood ist folglich nicht von dieser Insolvenz betroffen. Ma.Gn.AT hat den Generalvertrieb für Tirol und Vorarlberg. Die Danwood-Häuser werden in Polen gefertigt, die Eigentümergesellschaft sitzt in Südkorea.

Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, wie dieses kleine Vertriebsunternehmen mit drei Mitarbeitenden in die Lage gekommen ist, sich einen Konkursantrag durch das Finanzamt einzufangen. Zumindest der Jahresabschluss 2024 zeigt keinerlei Auffälligkeiten. So wird etwa ein Eigenkapital von über 400.000 Euro ausgewiesen.

Gesellschafter haben mehrere 100.000 Euro an Verbindlichkeiten gegenüber ihrer Firma

Die Antwort könnte in der Liquidität liegen. Denn die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Bartholomäus Gnat (Jg. 1988) und Sebastian Gnat (Jg. 1986) haben gegenüber ihrer insolventen Gesellschaft Verbindlichkeiten in Höhe eines mittleren sechsstelligen Euro-Betrages, wie Heinritz sagt. "Damit wurde dem Unternehmen natürlich Liquidität entzogen. Das könnte den Engpass verursacht haben, der zu den Zahlungsschwierigkeiten führte."

Das Konkursverfahren über das erst 2022 in dieser Rechtsform gegründete Unternehmen wurde mittlerweile in ein Sanierungsverfahren umgewandelt. Angeboten wird gemäß Insolvenzdatei eine Quote von 40 Prozent binnen zwei Jahren. "Angesichts der erwähnten Umstände werden wir die Angemessenheit dieses Angebotes sehr genau prüfen", so Heinritz.

(wpa/gübi)

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