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Kritik aus Vorarlberg an geplantem "mittleren Management" an Schulen

Vorarlberg kritisiert die Reform wegen Lehrermangels und befürchtet Nachteile für kleinere Schulen.
Vorarlberg kritisiert die Reform wegen Lehrermangels und befürchtet Nachteile für kleinere Schulen. ©CANVA (Symbolbild)
Der Bund plant ab dem Schuljahr 2026/27 ein sogenanntes "mittleres Management" an größeren Pflichtschulen. Lehrkräfte sollen Direktionen entlasten.

Das Bildungsministerium plant eine neue Organisationsstruktur an größeren Pflichtschulen. Künftig sollen erfahrene Lehrkräfte Direktorinnen und Direktoren bei administrativen Aufgaben unterstützen und dafür zusätzliche Zeitressourcen erhalten, berichtet der ORF.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) begründet den Schritt damit, dass Schulleitungen dadurch entlastet werden sollen. Pädagoginnen und Pädagogen könnten sich so stärker auf ihre Kernaufgabe – den Unterricht – konzentrieren. Gleichzeitig solle mehr Zeit für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern entstehen.

Darüber hinaus sieht das Modell neue Karrierechancen für Lehrkräfte vor: Wer Managementaufgaben übernimmt, erhält damit eine zusätzliche Aufstiegsmöglichkeit innerhalb des Schulsystems.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS)

20 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen

Für das neue "mittlere Management" will das Bildungsministerium jährlich rund 20 Millionen Euro bereitstellen. Laut Wiederkehr seien gerade Pflichtschulen mit besonders großen Herausforderungen konfrontiert, während die Unterstützung für die Schulleitung bislang vergleichsweise gering sei.

Geplant ist, dass Schulen ab dem Schuljahr 2026/27 – abhängig von ihrer Größe – zusätzliche Stundenkontingente erhalten. Lehrkräfte sollen diese Zeit nutzen, um die Schulleitung etwa bei Elternarbeit, der Organisation von Schulveranstaltungen oder bei Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung zu unterstützen.

Bei kleinen und mittelgroßen Schulen mit bis zu 13 Klassen sind bis zu sechs zusätzliche Wochenstunden vorgesehen. Größere Standorte sollen zwischen zehn und 15 Wochenstunden erhalten. Die Schulleitung kann diese Aufgaben auf bis zu vier Lehrpersonen am jeweiligen Standort verteilen.

Vorarlberg sieht Ungleichgewicht

In Vorarlberg würde die Regelung laut Bildungslandesrätin bedeuten, dass lediglich 18 der insgesamt 234 allgemeinbildenden Pflichtschulen zwischen zehn und 15 zusätzliche Stunden erhalten würden. Der Großteil der Schulen müsste hingegen mit deutlich weniger Ressourcen auskommen.

Die Landesrätin kritisiert deshalb eine aus ihrer Sicht unausgewogene Verteilung. Große Schulen würden überproportional profitieren, obwohl kleinere Standorte häufig nur über begrenzte personelle Möglichkeiten verfügen. "Der organisatorische Aufwand – etwa Elternarbeit, Schulentwicklung, Dokumentation oder Krisenmanagement – fällt unabhängig von der Schulgröße an", heißt es aus dem Land.

Zudem befürchtet sie, dass ausgerechnet besonders erfahrene und engagierte Lehrkräfte für Managementaufgaben freigestellt werden könnten. "Gerade diese tragen jedoch wesentlich zur Qualität des Unterrichts bei", so Schöbi-Fink.

Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink
©APA/AFP

Gesetz noch nicht endgültig beschlossen

Fix ist die Reform allerdings noch nicht. Der Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums wurde zwar vergangene Woche im Verfassungsausschuss mit Stimmen der Koalitionsparteien und der Grünen beschlossen.

ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti stellte jedoch Anpassungen bis zur Nationalratssitzung Ende März in Aussicht. Kritik kommt nämlich nicht nur aus Vorarlberg: Auch die Lehrergewerkschaften verlangen Nachbesserungen bei den geplanten Regelungen.

Nico Marchetti (ÖVP) ©APA/AFP

(VOL.AT)

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