Kurz vor dem Start: So laufen die Vorbereitungen fürs Poolbar-Festival
Bei Anja Berlinger (27) ist die Vorfreude groß. Die Architekturstudentin aus dem Bregenzerwald gehört heuer erstmals zum Aufbauteam des Poolbar-Festivals. Beim Lokalaugenschein baut die in Wien lebende 27-Jährige gerade einen barrierefreien Holzsteg auf dem Festivalgelände.
Anja ist Teil eines rund 50-köpfigen Teams, das seit 22. Juni auf dem Festivalgelände im Reichenfeld arbeitet. Bis zum 8. Juli um 17.30 Uhr, wenn die Poolbar-Saison startet, wird dort gebohrt, gehämmert und geschraubt.
"Arbeit macht Spaß"
"Die Arbeit hier macht Spaß, weil es eine tolle Abwechslung zu meinem Studium ist", sagt Berlinger mit sichtbarer Freude. Während sie während des Studiums viel Zeit drinnen vor dem Computer verbringt, ist sie dieser Tage froh, körperlich tätig zu sein.
Freut sie sich schon auf einige Bands? "Ich möchte schon spontan am Abend zum Festival kommen und mir ein paar Konzerte anschauen. Auf die Bands Buntspecht und Apparat freue ich mich sehr."
Auch bei Luca Meusburger (27) und Niklas Rechfelden (27) ist die Vorfreude groß. Der aus Dornbirn stammende und heute in Wien lebende Luca gehört bereits seit sieben Jahren zum Team für Auf- und Abbau. Seinen Kollegen Niklas aus Bregenz, der seit sechs Jahren dabei ist, kennt er allerdings schon länger.
Dass nicht nur Bands aus dem Ausland anreisen, sondern auch das Aufbauteam internationalen Charakter hat, zeigt Andrew (34). Der aus Missouri (USA) kommende und heute in Berlin lebende Architekt ist seit vier Jahren unter anderem für den Aufbau der Tribüne zuständig.
Festival für Menschen ohne Scheuklappen
Worum es beim Poolbar-Festival geht, kann Herwig Bauer (53) treffend erklären. Der gelernte Architekt ist Geschäftsführer und Gründer der mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Veranstaltungsreihe. Seit 1995 findet das Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch statt.
"Grundsätzlich sehen wir uns als einen Ort, an dem sich Menschen treffen können, die nicht nur Scheuklappen aufhaben, sondern auch jenseits aller Verpflichtungen mehr Sinn im Leben sehen", sagt Bauer.
Es gehe darum, den Besuchern Kulturelles von Nischen bis Pop zu präsentieren. "Wir schauen, dass wir mit populären Angeboten viele Menschen ansprechen und diese aber auch nach Möglichkeit mit einem Nischenprogramm konfrontieren."
Was macht den Poolbar-Spirit aus? "Genau das bringt neugierige Menschen zu uns, und das macht auch unsere Poolbar-Familie aus. Hier ist jeder willkommen, der andere willkommen heißt", so Bauer. "Wir haben ganz junge und steinalte Festivalbesucher, und man fühlt sich gemeinsam wohl. Studentische Hipster sind Teil unseres Publikums, aber es kommen auch ihre Eltern zu uns."
Das Setting im Reichenfeld bezeichnet der 53-Jährige als Traum: "Wir sind direkt an der Stadt und trotzdem mitten in der wilden Natur. Es findet ein Austausch zwischen Regionalem und Internationalem statt."
Internationale Größen
Das Poolbar-Festival findet heuer bereits zum 33. Mal statt. Seit mehr als drei Jahrzehnten verwandelt es das Alte Hallenbad und das Reichenfeld in Feldkirch in einen Treffpunkt für Musik, Design, Kunst und gesellschaftlichen Austausch.
Auf dem Programm stehen internationale Acts wie Babyshambles, White Lies und José González sowie heimische Künstler wie CariCari, Lukas Oscar, Fiva und Buntspecht.
Das architektonische Motto lautet "Glanzhelle Tanzstelle", der Fokus wird also auf die Tanzfläche gelegt. Im Gegensatz zu vergangenem Jahr wird heuer wieder eine Tribüne aufgebaut, von der die Besucher zur Bühne runterschauen können.
Poolbar-Festival 2026: 8. Juli bis 16. August im Alten Hallenbad und im Reichenfeldareal in Feldkirch. www.poolbar.at
(VOL.AT/Rausch)