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Land hält trotz Volksbegehren an Spitalsreform im Unterland fest

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Trotz 17.605 Unterschriften für den Erhalt der Geburtshilfe in Dornbirn bleibt die Vorarlberger Landesregierung bei ihrer Strukturreform. Sie verweist auf medizinische Qualitätsstandards, langfristige Versorgungssicherheit und den Fachkräftemangel.

Die Vorarlberger Landesregierung hat sich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben mit dem Volksbegehren zur Geburtshilfe im Unterland befasst. Nach einer Anhörung der Antragsteller am 10. Juli und der Behandlung in der Regierungssitzung am Dienstag hält sie an der bereits beschlossenen Strukturplanung im Rahmen des Spitalscampus Vorarlberg und des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030 fest.

Nach Angaben der Landesregierung hätten sich die fachlichen Grundlagen seit der Entscheidung im Herbst 2025 nicht verändert.

Verweis auf medizinische und organisatorische Gründe

Die Landesregierung führt an, dass die geplante Zusammenlegung der Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Standort Bregenz aus medizinischer Sicht Vorteile bringe. Größere Teams mit höheren Fallzahlen würden mehr Erfahrung im Umgang mit seltenen Komplikationen sammeln und eine engere Zusammenarbeit zwischen Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Neonatologie ermöglichen.

Als Beispiele nennt das Land unter anderem die Versorgung von Frühgeburten, schweren Schwangerschaftskomplikationen oder Notfallkaiserschnitten.

Zertifizierte Zentren sollen übersiedeln

Nach Angaben der Landesregierung sollen auch die zertifizierten Zentren für Brustgesundheit, gynäkologische Tumorerkrankungen sowie das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum nach Bregenz verlegt werden. Die medizinische Versorgung der Patientinnen bleibe während des Standortwechsels unverändert. Die erforderliche Rezertifizierung sei eine formale Folge des Umzugs.

Fachkräftemangel als weiterer Beweggrund

Als weiteren Grund nennt die Landesregierung die personellen Herausforderungen im Gesundheitswesen. Größere Abteilungen würden eine stabilere Besetzung von Diensten ermöglichen und bessere Voraussetzungen für Ausbildung, Spezialisierung und die Einführung neuer medizinischer Verfahren schaffen.

Standort Dornbirn bleibt erhalten

Nach Angaben des Landes bleibt das Krankenhaus Dornbirn weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Vorarlberger Spitalslandschaft. Der Standort werde auch künftig unter anderem über eine 24-Stunden-Notfallversorgung und mehrere medizinische Fachbereiche verfügen.

Größere bauliche Investitionen im Unterland seien jedoch erst nach dem weiteren Ausbau des Landeskrankenhauses Feldkirch vorgesehen.

Landesregierung bedankt sich für Beteiligung

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher bedankt sich bei den Unterstützerinnen und Unterstützern des Volksbegehrens.

„Wir danken allen, die das Volksbegehren unterstützt haben. Auch wenn wir dem konkreten Wunsch nicht entsprechen, schätzen wir die hohe Beteiligung und nehmen das dahinterstehende Anliegen ernst. Demokratie lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen klar einbringen; genau dafür danken wir ausdrücklich", wird Rüscher in der Aussendung zitiert.

Die Landesregierung kündigt an, den weiteren Umsetzungsprozess transparent zu gestalten und Gemeinden, Mitarbeitende sowie die Bevölkerung weiterhin einzubinden.

(VOL.AT)

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