Strahlender Sonnenschein, winterliche Temperaturen – und lange Staus: Mit den derzeit idealen Bedingungen für den Wintersport spitzt sich die Verkehrssituation auf der L188 erneut zu. Bereits in den Vormittagsstunden kommt es zu Rückstaus taleinwärts ins Montafon, am Nachmittag dann zu teils massiven Verzögerungen talauswärts.
Vor allem an Wochenenden zeigt sich das bekannte Muster deutlich. Tagesgäste nutzen das schöne Winterwetter für spontane Ausflüge, während Urlaubsgäste früher oder später abreisen. Die L188, einzige durchgehende Talverbindung, wird damit einmal mehr zum Nadelöhr – mit spürbaren Auswirkungen für Einheimische und Betriebe.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln würden entlasten
Aus verkehrsplanerischer Sicht liegt nahe, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu priorisieren. Tatsächlich ist das Angebot im Montafon vergleichsweise gut ausgebaut, wird jedoch weiterhin nur von einem Teil der Gäste genutzt.
Eine aktuelle Stellungnahme des Standes Montafon liegt nicht vor. In früheren Aussagen hatte der Stand wiederholt betont, dass Verkehrslenkung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und ein Umdenken bei der Anreise zentrale Stellschrauben seien, um das Verkehrsaufkommen im Tal nachhaltig zu reduzieren. Kurzfristige Entlastungen seien hingegen nur begrenzt möglich.
"Anfallende Kosten trägt die Bergbahn"
Die Silvretta Montafon verweist auf Anfrage von vol.at in ihrer Stellungnahme auf diverse Maßnahmen, um den Individualverkehr zu verringern. Mehrtages- und Tagesgäste sowie Saisonkartenbesitzer der Skigebiete im Montafon-Brandnertal-Pool können von Bludenz ins Montafon sowie innerhalb des Tales kostenlos mit dem Bus anreisen. Einen großen Teil der dafür anfallenden Kosten trage der Bergbahn-Pool selbst.
Zusätzlich bietet das Unternehmen mit dem sogenannten „Green Ticket“ ein erweitertes Ticketmodell an, das die umweltfreundliche Anreise noch attraktiver machen soll. Um Verkehrsspitzen abzuflachen, wurden zudem die Betriebszeiten der Zubringerbahnen nach vorne verlegt – etwa startet die Zamangbahn bereits um 8 Uhr, Valisera und Versettla um 8.15 Uhr. Auch die Bewirtschaftung einzelner Parkplätze solle Gäste stärker zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs bewegen.
Nennenswerte Beschwerden habe es in den vergangenen Tagen nicht gegeben, heißt es seitens der Silvretta Montafon.
Die aktuellen Staus zeigen dennoch deutlich: Gutes Winterwetter bleibt ein verlässlicher Auslöser für Verkehrsüberlastung. Solange die Anreise ins Montafon überwiegend mit dem Auto erfolgt, dürfte sich daran wenig ändern.
(VOL)