Lehrer und Experten warnen vor Folgen sozialer Medien
In einem Kommentar bezeichnen sie diese Plattformen als Suchtmittel, das die Konzentrationsfähigkeit und psychische Gesundheit von Schülern massiv beeinträchtigt.
Bregenzer Lehrer schlagen Alarm
Martin Hartmann und 33 weitere Lehrkräfte des Bundesgymnasiums Blumenstraße haben eine Initiative gestartet, die soziale Netzwerke als gefährliche Substanz für Minderjährige einstuft. Ihr Aufruf trägt den Titel "Die Droge im Kinderzimmer" und erschien in der Februar-Ausgabe einer Kultur- und Gesellschaftszeitschrift.
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Andreas Prenn von der Suchtpräventionsstelle Supro bestärkt diese Forderung, wie der ORF berichtet. Der Experte plädiert ebenfalls für eine europaweite Altersgrenze von 16 Jahren beim Zugang zu sozialen Medien. Deutschlehrerin Gabriele Seeger beobachtet gravierende Unterschiede im Lernverhalten ihrer Schüler. Aufgaben, die früher problemlos bewältigt wurden, überfordern heute viele Jugendliche.
Die Fähigkeit, sich längere Zeit auf eine Tätigkeit zu fokussieren, nimmt kontinuierlich ab. Die Funktionsweise sozialer Plattformen basiert auf einem ausgeklügelten Belohnungssystem. Kurze Videoinhalte lösen Dopaminausschüttungen aus und erzeugen dadurch Verlangen nach weiterem Konsum. Hartmann betont, dass junge Gehirne noch nicht die Reife besitzen, diese Nutzungsdauer eigenständig zu kontrollieren. Gesundheitliche Folgeschäden nehmen zu.
Schulärztin Ursula Speckle-Peyker registriert eine steigende Anzahl psychosomatischer Beschwerden bei ihren jungen Patienten. Depressive Episoden, gestörtes Körperbild, Essprobleme und Schlafmangel treten vermehrt auf. Wichtige Entwicklungserfahrungen in der realen Welt bleiben aus.
Dringlicher Handlungsbedarf
Obwohl eine gesamteuropäische Regelung wünschenswert wäre, warnt Hartmann vor Untätigkeit durch Abwarten. Regionale Vorreitermodelle seien notwendig, auch wenn später Anpassungen erforderlich werden könnten.
(VOL.AT)