Let the magic happen: Die Kraft der Kreativität

Kreativität schafft Ideen, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen. Werbe-Profi Julia Neumann ist davon überzeugt, dass große Ideen die Grenzen der traditionellen Werbung sprengen und überwinden können. Denn sie machen die Verbraucher:innen zum Teil des kreativen Prozesses und nicht zum Ziel.

Die gebürtige Lustenauerin Julia Neumann zog nach ihrem Studium für ein Praktikum nach New York und schaffte es in kürzester Zeit unter die kreativsten Köpfe der dortigen Werbebranche. Mit ihren inspirierenden Werbeideen gewann sie schon während ihres Praktikums bedeutende Preise und die Aufmerksamkeit namhafte Kreativagenturen. Ihren ersten Karrieresprung machte sie zum Executive Creative Director bei der renommierten Werbeagentur TBWA\Chiat\Day. Dort schuf sie ihrerzeit einige der bedeutendsten Arbeiten der Agentur. Seit 2021 ist sie als Chief Creative Officer bei der Werbeagentur Johannes Leonardo zu finden.

Sie haben schon in jungen Jahren einen Kickstart in die New Yorker Werbebranche hingelegt. Was hat Sie an diesem Karriereweg damals am meisten gereizt?

Was ich an der Werbung sofort liebte, war die Möglichkeit, mit der Kraft der Kreativität Lösungen für große Markenprobleme zu finden. An einem Tag löst man vielleicht die Frage, wie man der breiten Masse die Zukunft der Elektroautos näherbringen kann. Am nächsten Tag holt man einen alten Science-Fiction-Kultklassiker zurück, um einen Schuh für adidas auf den Markt zu bringen, dessen Design sich an der Wissenschaft orientiert. Und dann überrascht man die Menschen mit all den wunderbar seltsamen Arten, einen Hotdog zu genießen. Kurz gesagt: Ich langweile mich nie und es fühlt sich für mich nicht wie Arbeit an.

Hat sich die Kreativität in der Werbebranche verändert und wie wird heute mit Tabus umgegangen?

Die Kreativität in der Werbung verändert sich ständig und immer wieder. Das muss sie sich auch. Da die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer und die Verbraucher:innen immer schwieriger zu erreichen sind, müssen wir uns ständig neu erfinden. Seien wir doch mal ehrlich. Die Leute hassen Werbung. Keiner interessiert sich für Werbung. Unsere Aufgabe ist es, das Interesse der Menschen zu wecken. Wir müssen den Leuten einen Grund geben, ein neues Paar Turnschuhe zu kaufen. Wir brauchen ihnen nicht zu sagen, dass sie es kaufen sollen. Wir müssen also erfinderisch sein und uns mit der Geschwindigkeit unserer Verbraucher:innen verändern. Und manchmal bedeutet das, Tabus zu brechen. Das funktioniert in der Tat ganz gut.

Im Laufe Ihrer Karriere haben Sie schon viele erfolgreiche Werbeprojekte umgesetzt: Woraus schöpfen Sie Ihre Kreativität?

Es ist immer gut zu wissen, dass man nichts weiß. Um es mit den Worten von „Wieden + Kennedy“-Mitgründer Dan Wieden zu zitieren, der mich in meiner Laufbahn immer begleitet hat: "Man muss sich dumm anstellen".

Was ich von ihm gelernt habe, ist, dass man, wenn man etwas nicht weiß, verzweifelt versucht, es herauszufinden und mehr zu lernen. In dem Moment, in dem man glaubt, etwas zu wissen, hört man auf zu lernen, zu hinterfragen und man fängt an, an seine eigene Weisheit zu glauben. Wenn das passiert, ist man erledigt.

Welches Projekt hat Ihnen bisher am meisten abverlangt und wieso?

Ich würde sagen, das war die „Flybabies“-Kampagne von JetBlue. In einem Flugzeug zu sitzen und nicht zu wissen, ob oder wann ein Baby schreien würde und wie die Leute auf diesen Stunt reagieren würden. Es war nervenaufreibend.

Welche Tippst haben Sie für Kreativschaffende und was hilft Ihnen am meisten bei Ihrer täglichen To-Do-Liste?

Habt Spaß, denn das spiegelt sich in eurer Arbeit wider. Man merkt es aber auch, wenn man keinen Spaß daran hat.

Der Titel Ihres Vortrags bei der Interactive West lautet „There's a door to leave your ego at“, worauf dürfen sich die Besucher:innen freuen?

Die Interactive West-Besucher:innen können sich auf eine Diskussion über die Kraft der Kreativität freuen. Ich werde einen bescheidenen Standpunkt einnehmen und darüber sprechen, wie Ideen sich verbreiten können und wie wir die Verbraucher:innen auf sinnvollere Weise erreichen können, um echte und gesunde Gespräche anzuregen.

Steckbrief:
Name: Julia Neumann
Alter:
38 Jahre
Wohnort:
Brooklyn, New York
Firma:
Johannes Leonardo
Position/Berufsbezeichnung:
Chief Creative Officer
Wer oder was inspiriert mich:
Die Menschen, die eine andere Sicht auf die Welt haben als ich.

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