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LR Rauch will mehr Tempo bei "Rhesi"-Staatsvertrag

Angesichts der prognostizierten Zunahme von Starkregenereignissen sei das auf derzeit rund eine Milliarde Euro geschätzte Projekt "eine existenzielle Frage für das Rheintal".
Angesichts der prognostizierten Zunahme von Starkregenereignissen sei das auf derzeit rund eine Milliarde Euro geschätzte Projekt "eine existenzielle Frage für das Rheintal". ©VOL.AT/Paulitsch; Grüne Vorarlberg/Todorovic
Vorarlbergs Klimaschutz-Landesrat Johannes Rauch (Grüne) pocht angesichts des jüngsten Berichts des Weltklimarats auf mehr Tempo beim Rhein-Hochwasserschutzprojekt "Rhesi".
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"Wenn wir gewappnet sein wollen, muss Rhesi Priorität haben", so Rauch bei der Vorstellung des Vorarlberger Klima-Aktionsplans 2021/22. Es gelte, bei den Staatsvertragsverhandlungen mit der Schweiz in die Gänge zu kommen, sagte Rauch. Der Ministerrat gab kürzlich grünes Licht für die Verhandlungen.

"Existenzielle Frage für das Rheintal"

Angesichts der prognostizierten Zunahme von Starkregenereignissen sei das auf derzeit rund eine Milliarde Euro geschätzte Projekt "eine existenzielle Frage für das Rheintal". Innerhalb von 20 Jahren soll damit der Hochwasserschutz im Vorarlberger und St. Galler Rheintal von einem 100- auf ein 300-jährliches Hochwasserereignis ausgebaut werden. Allein im unteren Rheintal hätte ein Rhein-Hochwasser ein Schadenpotenzial von bis zu zehn Mrd. Euro. Bei ähnlichen Regenmengen im Rheineinzugsgebiet Graubünden wie bei der Hochwasserkatastrophe in Deutschland "wäre der Rhein über die Ufer getreten", betonte Rauch.

"Realität ins Auge sehen"

Der Klimawandel sei da, es gehe nur mehr um eine Begrenzung. Den Vorwurf, es gehe nur um Angstmacherei, könne er nicht mehr hören, sagte Rauch mit Blick auf die Debatten der vergangenen Wochen. "Es geht nicht darum, Angst zu machen und Verzicht zu predigen - es geht darum, der Realität ins Auge zu sehen", so der Landesrat an "Beschwichtigungshofräte". "Wer jetzt in der Politik ist, hat eine historische Verantwortung für die Kinder und Enkelkinder, die heute geboren sind", so Rauch. Denn jetzt sei die Zeit zu handeln. "Wem schon die Ökologie wurscht ist, der soll wenigstens den Ökonomen glauben", verwies der Landesrat auf die von der Hagelversicherung errechnete Schadenssumme von 250 Mio. Euro nach Unwettern und Dürre.

"Rascher und intensiver handeln"

Seit 1880 stieg die Temperatur in Vorarlberg laut dem aktuellen Klimastatusbericht des Landes im Jahresmittel um zwei Grad, doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. 2020 war um 2,2 Grad zu warm, Hitzetage (über 30 Grad Celsius, Anm.) und Tropennächte (über 20 Grad Celsius, Anm.) nahmen zu. Bis 2040 sei von einem Anstieg der Jahrestemperatur um weitere 1,2 bis 1,4 Grad auszugehen. In Bregenz könnten langfristig bis zu 40 Hitzetage die Norm werden, früher waren es drei. Für mehr innerstädtische Hochwasser und Murenabgänge aufgrund von Starkregens müsse man sich rüsten, so Rauch. Der Systemwandel sei ein "Transformationsprozess". Vieles werde sich ändern, "und es werden Verbesserungen sein", sagte Rauch voraus. Man müsse aber rascher und intensiver handeln, "bei der Pandemie ist das auch gelungen".

Umdenken beim Bauen

Vieles sei bereits in Umsetzung und zeige Wirkung. So lebten mittlerweile 185.000 Vorarlberger in Klimawandelanpassungs-Modellregionen, die Anpassungskonzepte entwickeln. Weitere Maßnahmen betreffen Luftreinhaltung, Beratungen für klimafitte Privatgebäude, klimafitte Wälder, Hitzeschutz für Senioren, das Ausbringen von Jauche nur in Bodennähe, Moorschutz, grüne Infrastruktur für ein angenehmes Mikroklima und ein zweites Standbein für die Trinkwasserversorgung in den Gemeinden. Es brauche ein Umdenken beim Bauen, bei Bodenversiegelung und Städteplanung angesichts von vermehrten Hitzeperioden. Laut Markus Niedermair vom Klimafachbereich des Landes beschäftigt der Klimawandel mittlerweile alle Abteilungen im Amt der Landesregierung.

Landesrat Christian Gantner zum Projekt "Rhesi":

(APA)

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