AA

Luft in Vorarlberg: Sauber wie selten zuvor, doch Herausforderungen bleiben

Umweltbundesamt meldet Bestwerte bei Luftqualität
Umweltbundesamt meldet Bestwerte bei Luftqualität ©APA
Die Luftqualität in Österreich war 2025 so gut wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr – auch in Vorarlberg.

Laut einer vorläufigen Bilanz des Umweltbundesamtes sank die Belastung durch Feinstaub, Stickoxide und Ozon deutlich. Ein erfreulicher Trend mit mehreren Ursachen, so der ORF.

Rückgang bei Feinstaub und Stickstoffdioxid

Der Verkehr wird sauberer, Heizsysteme effizienter – und der Winter war mild. Diese drei Faktoren haben entscheidend dazu beigetragen, dass 2025 die Luft vielerorts spürbar besser war. Besonders Stickstoffdioxid, das vor allem aus dem Straßenverkehr stammt, wurde im Jahresmittel überall unter den geltenden Grenzwerten gemessen.

In Vorarlberg lagen die höchsten Jahresmittelwerte an der Feldkircher Bärenkreuzung (23,3 µg/m³), knapp gefolgt vom Zollamt Lustenau (22,9 µg/m³) und dem Gemeindeamt Höchst. Selbst an diesen stark befahrenen Standorten wurde der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich unterschritten. Der strengere Grenzwert des Immissionsschutzgesetzes-Luft (IG-L) von 30 Mikrogramm wurde ebenfalls nirgends überschritten.

Lediglich an der Messstelle in Feldkirch kam es an zwei Tagen zu kurzzeitigen Überschreitungen von 50 Mikrogramm – ein Grenzwert, der bei kurzfristiger Exposition relevant ist.

Gesundheitliche Risiken bleiben

Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon gelten laut der Europäischen Umweltagentur als die gefährlichsten Luftschadstoffe für die menschliche Gesundheit. Ihre Auswirkungen reichen von Reizungen der Atemwege über chronische Lungenkrankheiten bis hin zu Bluthochdruck, Diabetes und Krebs.

Dass 2025 ein gutes Jahr war, bedeutet also keine Entwarnung: "Schon deutlich geringere Konzentrationen als bisher angenommen können die Gesundheit beeinträchtigen", warnt das Umweltbundesamt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb strengere Richtwerte definiert – und genau diese werden in vielen Regionen noch immer überschritten.

Ozon: Rückgang, aber nicht unproblematisch

Eine Ausnahme im allgemeinen Positivtrend ist bodennahes Ozon. Die Belastung lag 2025 über dem Durchschnitt der Jahre seit 2020, aber immerhin unter dem Niveau der Zeit davor. Ozon entsteht bei intensiver Sonneneinstrahlung aus Abgasen – und kann ebenfalls zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Besonders an heißen Sommertagen kann es zur Belastung werden, auch wenn Grenzwerte nicht dauerhaft überschritten wurden.

Vorarlberg: Saubere Luft, aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit

Die detaillierte Analyse der Luftgütedaten für 2025 wird erst im Sommer erwartet. Doch schon die vorläufigen Zahlen zeigen: Die Bemühungen der vergangenen Jahre – von strengeren Abgasnormen bis hin zu moderneren Heizungen – wirken. In Vorarlberg, wo topografische und klimatische Bedingungen das Problem der Luftverschmutzung oft verschärfen, ist das besonders erfreulich.

Aber es bleibt Arbeit: Bis 2030 sollen laut neuer EU-Richtlinie deutlich niedrigere Grenzwerte gelten. Österreich muss diese Vorgaben bis Ende 2026 ins nationale Recht übernehmen. Für Politik, Wirtschaft und Bevölkerung heißt das: dranbleiben – für eine gesündere Luft für alle.

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • Vorarlberg
  • Luft in Vorarlberg: Sauber wie selten zuvor, doch Herausforderungen bleiben