Mäuseplage bedroht Ernten im Bregenzerwald nach milden Wintern
Frostarme Winter begünstigen die Vermehrung der Schädlinge, während neue EU-Bestimmungen den Einsatz von Giftködern stark einschränken, so der ORF.
Massive Schäden auf Bregenzerwälder Wiesen
Landwirte in Schnepfau berichten von einer extremen Mäuseinvasion auf ausgedehnten Grünflächen nahe der Bregenzerwaldstraße L200. Millionen von Nagetieren haben sich dort angesiedelt und vernichten systematisch die Grasnarbe, wodurch bereits im Frühjahr Ernteausfälle befürchtet werden.
Klimatische Ursachen der Plage
Wie der ORF berichtet, entstehen solche Massenvermehrungen hauptsächlich durch frostfreie Wintermonate. Wenn Schnee auf ungefrorenem Boden fällt, entsteht unter der weißen Decke ein idealer Lebensraum für die Nager, erklärt Pflanzenbaureferent Christian Meusburger.
Überreste von Gräsern aus dem Vorjahr bieten zusätzlich ausreichend Nahrung für die Population. Zur Eindämmung der Invasion stehen den Bauern primär mechanische Fallen zur Verfügung, wobei eine flächendeckende Zusammenarbeit aller Grundstückseigentümer erforderlich ist. Die Nager respektieren keine Besitzgrenzen und wandern frei zwischen den Arealen.
Natürliche Feinde fehlen
Die stark befahrene L200 verhindert, dass Füchse als natürliche Mäusejäger in die betroffenen Gebiete gelangen oder diese beim Überqueren der Straße überfahren werden.
Als Alternative könnten Greifvögel bei der Schädlingsbekämpfung helfen, wenn Landwirte ihnen Ansitzstangen zur Verfügung stellen. Schädlingsexperte Ronny Knoll betont, dass Giftköder auf landwirtschaftlichen Flächen praktisch ausgeschlossen sind, da andere Tierarten gefährdet würden.
Seit Jahresbeginn gelten verschärfte EU-Regelungen für Rodentizide: Privatpersonen dürfen überhaupt keine Giftköder mehr einsetzen, während Landwirte ohne spezielle Schulung nur schwach dosierte Präparate verwenden dürfen. Zudem schreibt das Gesetz vor, zunächst mit Schlag- oder Lebendfallen zu arbeiten, bevor chemische Mittel zum Einsatz kommen dürfen.
(VOL.AT)