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"Massive Verschlechterung" – Pensionistinnen ärgern sich über neue Busfahrpläne

Hedwig Bitsche (66) und Heidi Walter (70) an der Bushaltestelle in Thüringen
Hedwig Bitsche (66) und Heidi Walter (70) an der Bushaltestelle in Thüringen ©VOL/Rausch
Viele Einwohner von Thüringen benutzen regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel. Als eine Buslinie eingestellt wurde, wehrten sich zwei tatkräftige Pensionistinnen gegen diese Maßnahme.

Eine Unterhaltung brachte den Stein ins Rollen. "Eine Frau hat mir erzählt, wie schwierig es ist, mit dem Bus von Raggal nach Schlins zu einem Zahnarzttermin zu kommen", sagt Hedwig Bitsche (66) aus Thüringen. "Das hat mich so geärgert, dass ich etwas tun musste."

"Schlimm, dass ein gut funktionierendes System umgestellt wurde."
"Schlimm, dass ein gut funktionierendes System umgestellt wurde." ©VOL/Rausch

"Unbefriedigende Antwort"

Ihrer Freundin Heidi Walter (70) ging es ähnlich: Sie schrieb bereits eine Mail an den Verkehrsverbund Vorarlberg, in der sie die Umstellung der Fahrpläne im Walgau vom 15. Dezember kritisierte. Daraufhin habe sie eine "unbefriedigende Antwort" erhalten.

Grund ihres Unmuts war die Entscheidung, dass die Buslinie 530 seit 15. Dezember nicht mehr wochentags von Bludenz nach Feldkirch fährt. "Sie war meist sehr gut besetzt", so Walter. Anstatt das Angebot auf das Wochenende auszuweiten, wurde sie allerdings gestrichen.

Besonders für Pendler sei dieser Einschnitt ein "großes Problem" gewesen, der Umstieg sowie die Wartezeit in Gais seien "unzumutbar". "Wir benützen schon immer die öffentlichen Verkehrsmittel, aber noch nie brachte eine Fahrplanänderung für so viele Personen eine derart massive Verschlechterung mit sich."

Für die beiden engagierten Pensionistinnen war die Geschichte damit nicht zu Ende. Sie taten sich mit anderen Bewohnern aus Thüringen zusammen und schrieben eine Beschwerde an den Verkehrsverbund. Prompt erhielten sie einen Termin bei einem zuständigen Mitarbeiter. Dieser versicherte ihnen, dass man bereit sei, etwas zu ändern.

Schließlich waren die Anstrengungen von Erfolg gekrönt. Durch die Bemühungen der Initiative sind die gekürzten Buslinien 531 und 535 wieder in Betrieb. Seit 7. April verkehren die Busse durchgehend zwischen Thüringen und Feldkirch und zwar von 7 bis 18.41 Uhr.

Zwar freuen sich Walter und Bitsche über diese Errungenschaft. Die Verantwortlichen hätten bei der Umstellung "einiges verbockt und jetzt einen Punkt ausgebessert". Nach wie vor sei jedoch "einiges nicht in Ordnung", bemängeln die Frauen im Gespräch.

"Kann nicht die Lösung sein"

Sie nennen weitere Punkte, die umgesetzt werden sollten: Am Samstag und Sonntag in den frühen Morgenstunden würden die Verbindungen zu Arbeitsstellen, etwa ins Landeskrankenhaus Feldkirch, fehlen. Pendler seien deshalb "vereinzelt gezwungen", für diese Strecke ein Auto zu benutzen. "Das kann doch nicht die Lösung sein", ärgern sich die beiden. "Auch nach Bludenz fährt der erste Bus am Sonntag erst um 7.59 Uhr, zudem ist am Bahnhof Ludesch ein Umstieg erforderlich."

"Bessere Anbindung der Busse an das Bahnnetz"

Der Fahrplanwechsel im Dezember habe vor allem im Walgau und den angrenzenden Regionen "große Neuerungen und Verbesserungen" mit sich gebracht, heißt es vom Verkehrsverbund auf Anfrage. "Das Angebot wurde von Grund auf analysiert und weiter optimiert."

Im Fokus sei vor allem "die noch bessere Anbindung der Busse an das Bahnnetz" gestanden, "um die Fahrten aus der Region zu den Schulstandorten und Betrieben zu verkürzen und in den Hauptverkehrszeiten durch neue Angebote mehr Kapazitäten zu schaffen".

(VOL.AT/Rausch)

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