ME/CFS: Protest in Bregenz stellt Versorgung im Land infrage
9.05.2026 14:03
(Akt. 10.05.2026 08:43)
Rund 3.300 Menschen in Vorarlberg leben mit ME/CFS. Doch genau für jene, die am schwersten betroffen sind, fehlt oft jede Hilfe.
Am Samstag, findet von 14:00 bis 15:00 Uhr am Hafen in Bregenz eine Protestaktion zur Situation von ME/CFS-Betroffenen statt. VOL.AT ist vor Ort und berichtet mit aktuellen Eindrücken.
Vincent und Arno Amann aus Dornbirn setzen ein sichtbares Zeichen: Mit dem Schild "Meine Mama braucht Hilfe!" machen sie auf die schwere Erkrankung der Mutter aufmerksam und fordern mehr Unterstützung für Betroffene.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Forderung nach besserer Versorgung
Organisiert wird die Kundgebung von Beate Schuchter, Bettina Todorovic und Jutta Maier-Haas. Ziel der Aktion ist es, auf die aus Sicht der Initiatorinnen unzureichende medizinische Versorgung von Menschen mit ME/CFS in Vorarlberg aufmerksam zu machen.
Organisatorin Beate Schuchter hält eine Rede.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Laut der Selbsthilfegruppe sind rund 3.300 Betroffene im Land von fehlenden Strukturen betroffen, insbesondere schwer Erkrankte, die das Haus nicht verlassen können. Mobile oder telemedizinische Angebote für diese Patientengruppe würden derzeit nicht bestehen.
Ex-Gesundheitsminister Johannes Rauch spricht bei der Veranstaltung und übt deutliche Kritik an der PVA sowie an der fehlenden Anlaufstelle für Betroffene in Vorarlberg.
©VOL.AT/Emilia Waanders
"Über 600 Tage im dunklen Zimmer"
In einer Stellungnahme der Selbsthilfegruppe heißt es: "Wenn schwerst an ME/CFS erkrankte Menschen über 600 Tage im dunklen Zimmer liegen – ohne medizinische Versorgung." Die Erkrankung sei eine schwere neuroimmunologische Krankheit, die Kinder und Erwachsene betreffe und oft zur Bettlägerigkeit führe.
Die Organisatorinnen fordern "adäquate und zeitnahe Versorgungsstrukturen" und wollen mit der Aktion Betroffenen eine Stimme geben.
Bettina Todorovic ist Gründerin der ME/CFS-Selbsthilfegruppe.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Zahlreiche Menschen verfolgen vor Ort die Veranstaltung.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Mit eindringlichen Botschaften machen Teilnehmer auf das Leid von ME/CFS-Betroffenen aufmerksam – und fordern mehr Unterstützung für Erkrankte wie Lena.
Raffaela (40) ist seit fünf Jahren erkrankt und setzt ein stilles Zeichen für viele Betroffene, die selbst nicht kommen können.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Alisha Todorovic - Ihre Mama ist von ME/CFS betroffen darum kämpft sie heute für ihre Versorgung.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Lea aus Dornbirn leidet seit drei Jahren unter der Krankheit.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Mama eines betroffenen.
©VOL.AT/Emilia Waanders
Mit bestickten Kissen werden die Vorurteile sichtbar gemacht, mit denen sich Betroffene täglich konfrontiert sehen – Aussagen, die ihre Krankheit infrage stellen und ihr Leid verharmlosen.
©VOL.AT/Emilia Waanders