Mehr Fälle weltweit: Tattoos im Verdacht, Augen zu gefährden
Zusammenhang zwischen Tattoos und Augenentzündungen
Tätowierungen sind heutzutage weit verbreitet. In bis zu sechs Prozent der Fälle kommt es nach dem Stechen zu Entzündungen, meist durch Infektionen der Haut. In seltenen Fällen können jedoch auch andere Organe betroffen sein – darunter die Augen.
Forscher weisen auf eine spezielle Form der Augenentzündung hin, die sogenannte Uveitis. Diese kann im Zusammenhang mit Tattoos auftreten, wenn das Immunsystem auf Bestandteile der Tätowierfarbe reagiert.
Immunsystem greift Farbpigmente an
Die Reaktion entsteht vermutlich, weil der Körper die Farbpigmente als Fremdstoffe einstuft. In der Folge kann es zu Entzündungsreaktionen kommen, die sich nicht nur auf die Haut beschränken. Gelangen Entzündungszellen über den Blutkreislauf ins Auge, kann die mittlere Augenhaut – die Uvea – betroffen sein.
Als besonders risikoreich gelten laut Studien großflächige Tattoos sowie schwarze Tinte. Auch Menschen mit einem empfindlichen oder überaktiven Immunsystem scheinen anfälliger zu sein.
Symptome reichen von Schmerzen bis Sehverlust
Typische Anzeichen einer Uveitis sind plötzliche Augenschmerzen, Rötungen, verschwommenes Sehen und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. In schweren Fällen drohen bleibende Schäden – etwa am Sehnerv oder durch Narbenbildung im Auge.
Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, kann sie im Extremfall zur Erblindung führen.
Fälle nehmen weltweit zu
Eine Untersuchung aus Australien analysierte zuletzt 40 Fälle zwischen 2023 und 2025. Dabei zeigte sich: Die Augenentzündungen traten teils erst Monate oder sogar Jahre nach dem Tattoo auf – in einem Zeitraum von drei Monaten bis zu zehn Jahren.
Insgesamt hat sich die Zahl der dokumentierten Fälle seit 2010 etwa verdoppelt, wenn auch auf niedrigem Niveau. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl höher sein könnte, da Tattoos weltweit immer häufiger werden.
Behandlung oft schwierig
Therapiert wird die Erkrankung in der Regel mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Steroiden oder mit Mitteln, die das Immunsystem unterdrücken. Der Behandlungserfolg ist jedoch nicht immer zufriedenstellend: Rund 17 Prozent der Betroffenen behalten dauerhafte Sehschäden.
Zudem kann es infolge der Erkrankung zu weiteren Augenerkrankungen wie Grauem oder Grünem Star kommen.
Strengere Regeln in Europa
In Europa gelten strengere Vorschriften für Inhaltsstoffe von Tätowierfarben als in manchen anderen Regionen der Welt. Viele Substanzen, die etwa in Australien zugelassen sind, sind hier verboten.
(VOL.AT)