Bei einer Pressekonferenz in Damüls-Mellau unterstrichen die Verantwortlichen die Bedeutung der Schulskitage für Nachwuchs, Tourismus und Region. Die Initiative #schifahra wird von der Wirtschaftskammer Vorarlberg (Fachgruppe Seilbahnen), der Bildungsdirektion Vorarlberg und dem Vorarlberger Skiverband getragen – und sie wächst spürbar.
In der laufenden Wintersaison 2025/26 nahmen bisher 193 Schulklassen mit insgesamt 4.404 Schülerinnen und Schülern teil. Organisiert wurden 286 Skitage. Besonders bemerkenswert: 1.251 Kinder standen dabei zum ersten Mal auf Skiern. Im Vergleich dazu waren es im Jahr davor noch 134 Klassen mit 2.692 Kindern – ein deutlicher Zuwachs.
Für die Initiatoren ist das ein klares Signal, dass niederschwellige Angebote im Wintersport greifen.
Busförderung als Türöffner
Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist die massiv ausgebaute Unterstützung bei der Anreise. Während im Winter 2024/25 rund 9.676 Euro für die Busförderung zur Verfügung standen, sind es heuer bereits 47.100 Euro.
"Die steigenden Zahlen zeigen, wie wichtig und attraktiv Schulskitage für Kinder und Jugendliche sind", betont Andreas Gapp, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. "Mit der Busförderung können wir Familien finanziell entlasten und gleichzeitig mehr Klassen den Zugang zum Skisport ermöglichen. Unser Ziel ist klar: Jedes Kind in Vorarlberg soll zumindest einmal die Chance haben, den Wintersport kennenzulernen."
Unterstützt wird die Busförderung von der Fachgruppe Gastronomie, der Fachgruppe Bus, der Wirtschaftskammer Vorarlberg sowie der Sparte Transport und Verkehr.
V.E.M. steigt als Sponsor ein
Neu an Bord ist in dieser Saison die V.E.M. – Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie. Für Gerhard Gassner, stellvertretender Vorsitzender der V.E.M. und Vertreter des Technikland Vorarlberg, ist das Engagement mehr als ein Sponsoring.
"Mit unserem Engagement möchten wir zeigen, dass uns die Jugend in Vorarlberg am Herzen liegt. Bewegung und Sport sind wichtige Grundlagen für eine gesunde Entwicklung unserer künftigen Fachkräfte. Gleichzeitig schaffen Schulskitage prägende Erlebnisse außerhalb des Klassenzimmers. Genau solche Erfahrungen bleiben jungen Menschen lange in Erinnerung", sagt Gassner.
Er verweist zudem auf die wirtschaftliche Dimension: "Der Wintersport ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in unserer Region. Viele Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Tourismus. Wenn Kinder früh die Freude am Skifahren entdecken, sichern wir langfristig das Interesse am Wintersport. Davon wiederum profitieren Tourismus, Wirtschaft und die gesamte Region."
Leistbares Gesamtpaket für Schulen
Das Angebot ist bewusst niederschwellig gestaltet: kostenlose Tagesskipässe für bis zu drei Skitage, Leihausrüstung ab 10 Euro pro Tag, Mittagessen und Getränke ab 9 Euro sowie eine kostenlose An- und Abreise in die Skigebiete. Anfängerinnen und Anfänger werden am ersten Tag von Skilehrerinnen, Skilehrern oder Instruktoren begleitet.
Auch der Vorarlberger Skiverband bringt sich mit ehrenamtlichen Kräften ein. "Etwa ein Drittel der teilnehmenden Kinder steht zum ersten Mal auf Skiern. Die Schulskitage sind daher eine ideale Möglichkeit, spielerisch erste Erfahrungen zu sammeln und Begeisterung für den Wintersport zu wecken", erklärt Werner Eberle, Vizepräsident des Vorarlberger Skiverbandes.
Aus Sicht der Schulen ist das Angebot ebenfalls ein Gewinn. Dieter Losert, Direktor der Mittelschule Wolfurt, sagt: "Die Schulskitage in der ersten Klasse sind für unsere Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Einstieg in den Wintersport und zugleich eine Vorbereitung auf die Skiwoche in der zweiten Klasse auf der Uga Alp in Damüls. Sie fördern Bewegung, stärken den Klassenzusammenhalt und ermöglichen vielen Kindern, erste positive Erfahrungen im Schnee zu sammeln. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die solche gemeinsamen Tage für Schulen und Familien wesentlich erleichtert."
Mehr als nur ein Sporttag
Für die Veranstalter steht fest: Schulskitage sind weit mehr als ein Ausflug ins Skigebiet. Sie verbinden Bewegung mit Gemeinschaftserlebnis – und sichern langfristig die Begeisterung für den Wintersport im Skiland Vorarlberg.
Hintergrund: Fachgruppe Seilbahnen Vorarlberg
Die Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg vertritt 68 Mitgliedsbetriebe und 32 Skigebiete. Landesweit sind 246 Bahnen und Lifte in Betrieb, die rund 1.000 Pistenkilometer erschließen.
Factbox Seilbahnen Vorarlberg
- Obmann: Dr. Andreas Gapp (Kleinwalsertaler Bergbahn AG)
- Obmann-Stv.: Thomas Lerch (Gargellner Bergbahnen GmbH & Co. KG)
- Obmann-Stv.: Ing. Philipp Zangerl (Ski-Zürs-AG)
- Geschäftsführer: Mag. Michael Tagwerker
- Mitglieder: 68 Betriebe, 32 Skigebiete
- Liftanzahl: 246 Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifte
(VOL.AT)