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Mehr Wohnungsverkäufe in Vorarlberg

Trotz anhaltender Baukrise steigen die Verkäufe von Eigentumswohnungen wieder deutlich.
Trotz anhaltender Baukrise steigen die Verkäufe von Eigentumswohnungen wieder deutlich. ©CANVA
Die Baukrise ist weiterhin spürbar, zahlreiche Insolvenzen prägen die Branche. Dennoch steigt die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen wieder deutlich an.

Die Krise in der Baubranche ist weiterhin spürbar, wie mehrere Insolvenzverfahren der vergangenen Monate zeigen. Dennoch gibt es einen positiven Trend: Laut Immobiliennetzwerk Remax ziehen die Verkäufe von Eigentumswohnungen wieder an. Grundlage der Auswertung sind sämtliche im Grundbuch erfassten Transaktionen.

Österreichweit wurden mehr Eigentumswohnungen verkauft, in allen Bundesländern gab es Zuwächse. Vorarlberg verzeichnet dabei mit einem Plus von 29,6 Prozent den stärksten Anstieg, im Bundesdurchschnitt liegt das Wachstum bei 21,7 Prozent.

Aufholbedarf bleibt bestehen

Trotz dieser Entwicklung relativiert sich das Plus im Land. Seit 2022 war ein deutlicher Rückgang bei Immobilienverkäufen zu beobachten. Daher liegt Vorarlberg trotz der aktuellen Steigerung weiterhin unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre – konkret um 17 Prozent.

Schwierige Zeiten für die Branche

Die angespannte Lage zeigt sich auch an mehreren Insolvenzen. So nannte etwa die Infinity Immobilien GmbH aus Lauterach strukturellen Marktdruck als Ursache. Die Haberl Baugesellschaft aus Lustenau verwies auf Probleme bei einem Großprojekt.

Auch über die Müller Bau GmbH & Co. KG aus Altach wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Hier spielten insbesondere der Einbruch sowie die langsame Erholung der Bau- und Immobilienbranche eine Rolle, ebenso wie gestiegene Personal-, Material- und Finanzierungskosten.

Die Mangold Bau GmbH aus Lochau begründete ihre Insolvenz mit einer schwächeren Wirtschaftsleistung, erheblichen Kostensteigerungen sowie zwei außergewöhnlichen Schadensfällen.

Aktuell betroffen ist auch die Fussenegger Wohnbau GmbH. Laut Kreditschutzverband von 1870 konnten sich im Eigentum befindliche Wohnungen derzeit nicht am Markt verkaufen lassen, wodurch Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllt werden konnten.

Neben diesen bekannten Fällen sind auch zahlreiche weitere Betriebe betroffen, darunter Handwerksunternehmen, die stark von der Bauwirtschaft abhängig sind.

Umsätze steigen wieder

Parallel zu den Verkaufszahlen zeigt sich auch beim Umsatz eine Verbesserung. Während 2021 und 2022 noch jeweils mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt wurden, lagen die Werte in den Folgejahren deutlich darunter. Für 2025 meldet Remax in Vorarlberg einen Umsatz von 852 Millionen Euro – weiterhin unter der Milliardenmarke, aber klar über dem Vorjahr mit 624 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 36,4 Prozent.

Ein Grund dafür sind gestiegene Preise: Der durchschnittliche Wohnungspreis erhöhte sich um 4,9 Prozent.

Regionale Unterschiede

Ein Blick auf die Bezirke zeigt unterschiedliche Entwicklungen. Während Bludenz als einziger Bezirk einen Rückgang von 1,6 Prozent verzeichnete, legten die anderen Regionen zu. Im Bezirk Dornbirn stieg die Zahl der Verbücherungen um 45,1 Prozent, in Bregenz um 37,4 Prozent und in Feldkirch um 23 Prozent.

Auch bei den Preisen gibt es Veränderungen: Nachdem 2024 in allen Bezirken Rückgänge zu beobachten waren, steigen die Preise 2025 wieder – mit Ausnahme von Bregenz, wo sie leicht weiter sinken.

(VOL.AT)

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