Mehrere Verfahren gegen Zivildiener im Ländle
Zivildiener stehen im Westen Österreichs grundsätzlich in gutem Ruf. Laut Zivildienstserviceagentur kommt es jedoch vereinzelt zu disziplinären Problemen. In solchen Fällen greifen Behörden zu Maßnahmen – die Entlassung gilt dabei als letzter Schritt. Zuvor werden in der Regel Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet, berichtet der ORF.
In den vergangenen drei Jahren summierten sich diese Verfahren in Vorarlberg auf 77. Dem gegenüber stehen rund 2.700 Männer, die im selben Zeitraum ihren Dienst angetreten haben. Wichtig dabei: Die Zahl der Verfahren ist nicht gleichbedeutend mit der Zahl der Beschuldigten. Nach Angaben der Agentur dürften etwa 20 bis 30 Personen tatsächlich betroffen gewesen sein.
Wenn der Dienst nicht erfüllt wird
Ein Verfahren droht immer dann, wenn Zivildiener ihre Pflichten verletzen. Das kann etwa der Fall sein, wenn jemand trotz Zuweisung gar nicht erst zum Dienst erscheint. Auch Fälle, in denen Zivis nach Dienstbeginn über Wochen hinweg verschwinden, wurden registriert. Ebenso zählen wiederholte unentschuldigte Fehltage oder mangelnde Sorgfalt bei der Arbeit als Verstoß gegen die Dienstpflicht.
Österreichweit wurden zwischen 2023 und 2025 mehr als 2.400 solcher Verfahren geführt. Jährlich werden laut Zivildienstserviceagentur rund 900 Zivildiener vorzeitig entlassen – etwa zur Hälfte aus gesundheitlichen, zur anderen Hälfte aus disziplinären Gründen. Wer aus disziplinären Gründen gehen muss, wird für drei Monate gesperrt.
Zivildienst dauert 274 Tage
Grundsätzlich dauert der Zivildienst 274 Tage. Wird jemand vorzeitig entlassen, muss die verbleibende Zeit zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Bedarf großteils gedeckt
Im vergangenen Jahr wurden österreichweit 14.884 junge Männer zum Zivildienst eingeteilt, davon 910 in Vorarlberg. Der Bedarf konnte damit zu rund 90 Prozent gedeckt werden. Besonders gefragt sind Zivildiener im Rettungswesen. Dahinter folgen Einsätze in der Sozial- und Behindertenhilfe sowie in der Altenbetreuung.
(VOL.AT)