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"Mein Puls war auf 400": Vereiste Zufahrt, ein Baum und viel Glück

Strobel/VOL.AT
Strobel/VOL.AT
Einmal kurz gehalten, dann rutscht das Auto rückwärts talwärts. Auf der vereisten Zufahrt zur Emser Hütte verliert Hüttenwirtin Nicole Speckle die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Der einzige Baum im Umkreis stoppt es – Sekunden vor einem möglichen Absturz.

Die Zufahrt zur Emser Hütte kennt Nicole Speckle seit Jahren. Steil, schmal, im Winter oft heikel. Am Mittwochmorgen ist sie spiegelglatt. Speckle ist früh unterwegs, kommt von einem Einkauf zurück, möchte ihre Hütte pünktlich um 10 Uhr öffnen. Eigentlich Routine, doch dann hält das Auto nicht. VOL.AT trifft die Hüttenwirtin auf 1298 Metern und spricht mit ihr über die Schreckmomente.

"Es hat sich verselbständigt"

Auf der vereisten Zufahrtsstraße kommt das Fahrzeug zunächst zum Stillstand. Für einen kurzen Moment scheint alles unter Kontrolle. Dann beginnt das Auto, rückwärts zu rutschen. "Das Auto ist nicht stehen geblieben, sondern hat sich verselbständigt", sagt Speckle. Sekunden später der Aufprall. Der Wagen kracht mit dem Heck gegen einen Baum, die Heckscheibe zerspringt, das Auto wird abrupt gestoppt. "Mein Puls war ungefähr auf 400", sagt die Hüttenwirtin. Ohne den Baum hätte das Fahrzeug weiter talwärts rutschen können. "Anderweitig wären wir wahrscheinlich rund 70 Meter abgestürzt." Im Auto sitzen auch ihre beiden Hunde. Verletzt wird niemand.

Das Auto, kurz nachdem es vom Baum gestoppt wurde. Die Straße spiegelglatt. ©ZVG/VOL.AT
Der einzige Baum weit und breit rettete Nicole und ihren Hunden das Leben. ©Strobel/VOL.AT

Hilfe aus der Nachbarschaft

Nach dem ersten Schock kommt Unterstützung aus der Umgebung. Ein Landwirt rückt mit Traktor und Seilwinde an und zieht das Fahrzeug unter schwierigen Bedingungen zurück auf sicheren Untergrund. "Da zeigt sich, wie wichtig ein gutes Netzwerk und hilfsbereite Menschen sind", sagt Speckle. Erst bei der Bergung wird ihr bewusst, wie steil das Gelände tatsächlich ist – und wie knapp die Situation war.

Die Hilfe aus der Nachbarschaft. ©ZVG/VOL.AT
Das Auto hing schon über dem Abhang. ©ZVG/VOL.AT

"Nicht stressen lassen"

Einen klassischen Fahrfehler sieht die Hüttenwirtin im Rückblick nicht. Sie spricht offen über Zeitdruck. "Ich kann gut Bergfahren, ich kann Ketten montieren, ich bin schwierige Bedingungen gewohnt. Aber heute war es dieser innere Stress – schnell, schnell." Ihr Appell richtet sich an alle, die im Winter in den Bergen unterwegs sind: Straßen genau einschätzen, sich nicht stressen lassen und im Zweifel lieber unten bleiben. "Safety first."

"Achtung, Glatteis" ist auch bei Nicole an der Hütte das Motto. ©Strobel/VOL.AT

(VOL.AT)

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