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Messepark NEU: 200 Millionen Euro für Dornbirns neues Einkaufsherz

VOL.AT/Strobel/Einkaufszentrum Messepark
VOL.AT/Strobel/Einkaufszentrum Messepark ©200 Millionen Euro für die Zukunft: Der neue Messepark kommt.
Nach jahrelangem Ringen ist der Weg frei: Der Messepark in Dornbirn wird ab Frühjahr 2026 umfassend umgebaut. Der Überblick zeigt, was geplant ist, warum neu gebaut wird und welche Veränderungen Kunden in den kommenden Jahren erwarten.

Fast 40 Jahre sind es her, dass der Messepark seine Türen erstmals öffnete. Jetzt beginnt für Vorarlbergs größtes Einkaufszentrum eine neue Ära. Der Umbau ist genehmigt, der Baustart erfolgt im Frühjahr 2026 – und das bei laufendem Betrieb. Doch was genau passiert beim "Messepark NEU"? Wer muss weichen, wo wird geparkt und warum wurde überhaupt neu geplant?

Ein Zentrum mit Geschichte

Der Messepark wurde 1987 eröffnet – mit dem Anspruch, das führende Shoppingzentrum Vorarlbergs zu sein. Zehn Jahre später, 1997, wurde er erstmals erweitert. Danach blieb es ruhig – zumindest äußerlich. Hinter den Kulissen aber kämpfte Eigentümervertreter Guntram Drexel fast zwei Jahrzehnte lang für eine neue Genehmigung. 2007 wurde der Antrag für zusätzliche Handelsflächen gestellt. Die Bewilligung kam erst Anfang 2024.

Von links nach rechts: Burkhard Dünser, Nicole Schedler (Geschäftsführerin Messepark), Guntram Drexel und Anton Gustav Birnbaum (beide Geschäftsführer JDL GmbH) ©NEUE/Hartinger

Der große Wurf: 200 Millionen Euro für die Zukunft

Am 12. Juni 2025 reichte die Eigentümergesellschaft offiziell das Projekt "MESSEPARK NEU" bei der Stadt Dornbirn ein. Die Zahlen beeindrucken:

  • 200 Millionen Euro Investitionsvolumen
  • Zwei Bauetappen mit zwei Eröffnungen
  • Fertigstellung bis 2029
  • Ausbau auf 22.200 m² Verkaufsfläche
  • Tiefgarage statt Parkhaus
  • Neue Gastronomie-Terrassen mit Südwestausrichtung
  • Lichtdurchflutete Malls mit barrierefreiem Zugang von der Tiefgarage

"Wir glauben an den stationären Handel – mit neuen Ideen und innovativen Konzepten", sagte Eigentümervertreter Guntram Drexel bei der Präsentation des Projekts.

So soll der Messepark 2029 von außen aussehen. ©EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

Grünes Licht für den Baustart

Am 17. Dezember 2025 wurde es offiziell: Die Stadt Dornbirn erteilte den Baubescheid für den neuen Messepark. Frühmorgens wurden im Rathaus die letzten Verträge unterzeichnet – ein Moment, der für Drexel den "Startschuss für ein neues Kapitel" bedeutet.

"Wir sind sehr erleichtert, dass der Baubescheid nun vorliegt", erklärte Drexel. "Ohne Bewilligung waren uns in vielen Punkten die Hände gebunden." Das im Juni eingereichte Projekt wurde eng mit der Stadt Dornbirn und dem Land Vorarlberg abgestimmt.

Feierstimmung nach Baubewilligung: Projektteam und Partner freuen sich über den offiziellen Startschuss für den neuen Messepark. ©EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

Umfassende Vorbereitungen – auch unter der Erde

Der Planungsprozess war nicht nur architektonisch eine Herausforderung: Unter dem Messepark verlief ein über 50 Jahre alter Kanal. Erst dessen Verlegung ermöglicht den Bau der Tiefgarage. Gleichzeitig wurde die gesamte Verkehrsführung neu durchdacht. Ziel: Entlastung des viel befahrenen Kreisverkehrs bei der Messe – um bis zu 15 Prozent zu Spitzenzeiten.

Eine visuelle Veranschaulichung des Projekts:

Videocredit: EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

Hoch hinaus: Strommasten als Vorboten des Umbaus

Seit Herbst 2025 ist auch für Außenstehende sichtbar: Es tut sich etwas. Zwei große Strommasten der 380-kV-Leitung wurden beim Messegelände um jeweils 23 Meter erhöht. Das war notwendig, weil der neue Messepark höher gebaut wird und die Sicherheitsabstände gewahrt werden müssen.

Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch Glasfaser-, Gas- und Wasserleitungen sowie Verkehrslichtsignalanlagen erneuert. Eine unterirdische Verbindung zwischen drei Umspannwerken soll die Stromversorgung in Dornbirn langfristig absichern.

Umbau unter Betrieb – mit Rücksicht auf Kunden und Shoppartner

Damit der Messepark während der Bauzeit weiter betrieben werden kann, wurde frühzeitig ein Ausweichkonzept erarbeitet. Das leerstehende Gebäude des ehemaligen Baumax wird zu einem temporären Einkaufszentrum umfunktioniert. MediaMarkt zieht ab Ende Februar dorthin um, inklusive eigener Parkplätze und optimierter Logistik. Auch andere Geschäfte, die im Messepark nicht bleiben können, erhalten dort vorübergehend Platz.

Zusätzlich entsteht eine interne "Interimsmall", in der die betroffenen Shoppartner während des Umbaus unterkommen. "Es ist uns wichtig, dass alle gut durch die Bauphase kommen", sagte Geschäftsführerin Nicole Schedler. Man investiere viel in die Gestaltung dieser temporären Flächen, um ein attraktives Einkaufserlebnis auch während der Bauzeit zu ermöglichen. Zudem würden erste Gespräche mit neuen potenziellen Shoppartnern geführt.

©EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

Wer weicht – und wohin?

Trotz Bau bleibt der Messepark durchgehend geöffnet. Dennoch mussten einige Betriebe ihren Standort verlegen:

  • MediaMarkt zieht in das ehemalige Baumax-Gebäude neben dem ÖAMTC. Dort entsteht ein großzügiges Ausweichquartier mit eigenem Parkplatz und besserer Logistikanbindung.
  • Heinz Jeans, das Modegeschäft mit fast 40-jähriger Geschichte im Messepark, zieh in die Innenstadt – konkret in die Marktstraße 12a. Ein langfristiger Neustart, kein Provisorium.
  • Auch andere Shops wie "Hoamat G’fühl Alpakas" oder "Max und Stella" verlassen den Messepark zugunsten der Innenstadt.
  • Auch "7 Spices" wird von Dornbirn nach Feldkirch ziehen.

Und wo wird geparkt?

Da während der Bauarbeiten der Parkplatz im Nordosten des Messeparks wegfällt, wurde frühzeitig reagiert:

  • Insgesamt entstehen 396 Stellplätze auf fünf Grundstücken.
  • 240 davon sind neu, die übrigen 156 wurden auf dem benachbarten Winder-Parkplatz umgestaltet.
  • Die neue provisorische Anlage ist asphaltiert, zweireihig, begrünt und 24/7 geöffnet.

Zusätzlich wurde am 2. September 2025 eine neue Ausfahrt beim Interspar eingerichtet. Sie führt direkt Richtung Stadt und soll das Gelände deutlich entlasten.

Zusätzliche Ausfahrt vom Interspar Richtung Panoramahaus. ©EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

Neues Bankangebot: Sparkasse ersetzt Hypo

Ein weiterer Wandel betrifft den Finanzsektor im Messepark: Die bisherige Hypo-Vorarlberg-Filiale wird nicht mehr als klassische Bankfiliale weitergeführt. Stattdessen zieht die Dornbirner Sparkasse mit einem modernen SB-Automatenstandort ein.

So soll der Messepark von innen aussehen. ©EINKAUFSZENTRUM MESSEPARK

"Ich kann bestätigen, dass die Sparkasse einen Standort mit Bankomat im Messepark plant", sagte Sprecherin Susanne Hagspiel gegenüber VOL.AT. Welche Funktionen genau angeboten werden – etwa Münzeinzahlung oder ein CHF-Wechsler – ist derzeit noch offen. Fix ist: Der Standort ist Teil der Neuausrichtung des Messeparks.

Die Chronologie des Messeparks:

️ Datum Ereignis
1987 Eröffnung des Messeparks Dornbirn
1997 Erste Erweiterung mit zusätzlichen Verkaufsflächen
2007 Antrag auf erneute Erweiterung gestellt
Anfang 2024 Genehmigung zusätzlicher Handelsflächen erteilt
Juni 2025 Einreichung des Projekts "MESSEPARK NEU" bei der Stadt Dornbirn
Sommer 2025 Start der Infrastrukturarbeiten (Strommasten, Leitungen, Kanal)
Sept. 2025 MediaMarkt zieht ins ehemalige Baumax-Gebäude (Ausweichquartier)
Sept. 2025 Neue Ausfahrt beim Interspar zur Entlastung des Verkehrs geöffnet
Okt.–Dez. 2025 Stromleitungen umgehängt, zweite Maste erhöht
Dez. 2025 Baubewilligung offiziell erteilt – Startschuss für Bau
Dez. 2025 Sparkasse ersetzt Hypo – Automatenlösung wird installiert
Frühjahr 2026 Baustart für den neuen Messepark nach Ostern
März 2026 „Heinz Jeans“ und andere Geschäfte eröffnen in der Innenstadt
bis 2029 Zwei Bauphasen – Eröffnung des neuen Messeparks abgeschlossen

Ein Projekt mit Weitblick

Der neue Messepark soll nicht nur moderner, sondern auch nachhaltiger, urbaner und komfortabler werden. Für Geschäftsführerin Nicole Schedler ist klar: "Es geht um mehr als Architektur. Es geht darum, ein Zentrum zu schaffen, das auch in den nächsten Jahrzehnten relevant bleibt."

(VOL.AT)

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