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Millionen aus Parkgebühren: Was Vorarlbergs Städte einnehmen

1,70 € pro Stunde zahlt man in Vorarlbergs Innenstädten. ©VOL.AT/Canva

Parken bringt Vorarlbergs Städten hohe Einnahmen. Eine Auswertung zeigt, wie groß die Unterschiede sind – und warum eine Stadt deutlich hervorsticht.

Parkscheinautomaten, Handyparken, Parkkarten und Strafgelder: Die Parkraumbewirtschaftung ist für Vorarlbergs Städte ein wichtiger Einnahmeposten. Wie hoch die Beträge tatsächlich sind, war bislang aber nur teilweise öffentlich nachvollziehbar. VOL.AT hat deshalb in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bludenz nachgefragt. Die Antworten zeigen deutliche Unterschiede. Je nach Stadt geht es um sechsstellige Beträge, oder um mehrere Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig ist der Vergleich nicht ganz einfach.

Bregenz klar vorne

Mit Abstand am meisten nimmt die Landeshauptstadt ein: 2025 flossen rund 3,08 Millionen Euro aus Parkautomaten und Handyparken in die Bregenzer Stadtkasse.

Auf Platz zwei folgt Dornbirn mit rund 1,34 Millionen Euro. Zählt man die separat ausgewiesenen Strafgelder dazu, sind es rund 1,60 Millionen Euro.

Feldkirch verzeichnete 2025 aus Parkautomaten und App-Zahlungen knapp 786.000 Euro, Bludenz kam auf rund 605.000 Euro. Am wenigsten nahm Hohenems ein, wo die Parkraumbewirtschaftung erst 2022 eingeführt wurde: rund 247.000 Euro.

Parkraumbewirtschaftung

So viel nahmen die Städte 2025 ein

Bregenz liegt bei den Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung klar vor den anderen Städten.

Die Angaben beziehen sich auf Einnahmen aus ordnungsgemäß entrichteten Parkgebühren; Strafgelder sind hier nicht enthalten.

Quelle: IFG-Auskünfte der Städte; Stand Juli 2026.

Nicht enthalten bei den Einnahmen sind die Tiefgaragen. Sie werden oft privatwirtschaftlich, teils auch von eigenen Gesellschaften betrieben, die zwar der Stadt gehören, aber separat bilanzieren und damit nicht direkt in den städtischen Rechnungsabschlüssen aufscheinen.

Dornbirn mit den meisten Parkplätzen

Ein direkter Vergleich zwischen den Städten hat seine Grenzen, denn die Größenordnungen unterscheiden sich stark, und gezählt wird nicht überall gleich. Bludenz kommt laut eigenen Angaben auf knapp 400 städtisch bewirtschaftete Parkplätze, Hohenems auf 440, Feldkirch auf etwa 800, Bregenz schätzt rund 1.200.

Am meisten Parkraum bewirtschaftet offenbar die Stadt Dornbirn: Allein im Innenstadtbereich gibt es dort über 2.000 Parkplätze, der Großteil davon in städtischer Hand, ein Teil aber auch privat bewirtschaftet. Eine gesamtstädtische Erhebung fehlt bislang. Zusätzlich erschwert wird der Vergleich dadurch, dass Städte teils auch Flächen auf privatem Grund bewirtschaften, mit unterschiedlichsten vertraglichen Regelungen.

Einheitliche Tarife

Einheitlich ist hingegen die Tarifgestaltung. Die Städte haben sich weitgehend auf ein Preisniveau verständigt: In Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bludenz kostet eine Stunde Parken je nach Zone 1,70 beziehungsweise 1,10 Euro.

Parkgebühren

So viel kostet eine Stunde Parken

Die regulären Stundentarife der fünf Städte im Vergleich.

Quelle: Offizielle Parkgebühren-Seiten und Verordnungen der Städte; Stand Juli 2026.

Handyparken legt zu

Bezahlt wird oft nicht mehr mit Münzen oder Bankomatkarte. Der Trend zum digitalen Bezahlen zeigt sich deutlich am Beispiel Feldkirch: Die Einnahmen über "EasyPark" haben sich dort von 2023 bis 2025 mehr als verdoppelt, von rund 115.000 auf rund 242.000 Euro. Gleichzeitig gingen die Einnahmen aus Münz- und Kartenzahlung an den Automaten leicht zurück, von rund 609.000 auf rund 544.000 Euro.

Feldkirch

App-Zahlungen haben sich mehr als verdoppelt

Während EasyPark deutlich zulegte, gingen Münz- und Kartenzahlungen an den Automaten zurück.

+110 % EasyPark-Einnahmen 2023 bis 2025
-11 % Münz- und Kartenzahlung am Automaten

Quelle: IFG-Auskunft der Stadt Feldkirch; Stand Juli 2026.

Was übrig bleibt

Wie viel von den Einnahmen als Überschuss bleibt, lässt sich nicht überall gleich gut beziffern, weil Personal, Wartung und Verwaltung unterschiedlich erfasst werden.

Dornbirn liefert die detaillierteste Aufstellung: Reine Parkgebühren gegen die genannten Ausgaben gerechnet, ergibt das für 2025 einen Überschuss von rund 821.000 Euro. Mit den Strafgeldern dazugerechnet sind es rund 1,09 Millionen Euro.

Dornbirn

Parkgebühren, Strafgelder und Überschuss

Die Stadt weist Parkgebühren, Strafgelder, Ausgaben und Überschuss getrennt aus.

1,60 Mio. € Gesamteinnahmen 2025
515.109 € Ausgaben 2025
1,09 Mio. € Überschuss 2025

Der Überschuss wird aus den Gesamteinnahmen abzüglich Ausgaben berechnet. In den Gesamteinnahmen ist auch der Verkauf alter Geräte enthalten; dieser lag 2023 bei 2.460 Euro, 2024 bei 2.000 Euro und 2025 bei 0 Euro.

Quelle: IFG-Auskunft der Stadt Dornbirn; Stand Juli 2026.

Hohenems weist seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung ebenfalls durchgehend ein positives Ergebnis aus: 2025 standen Einnahmen von 246.675 Euro Kosten von 97.425 Euro gegenüber – ein Überschuss von rund 149.000 Euro.

Bregenz nennt für 2025 Kosten von rund 956.000 Euro (u. a. Miete, Automaten, Zinsen). Die Personalkosten der acht Mitarbeiter in der Parkraumüberwachung fehlen darin allerdings, weil diese auch den ruhenden Verkehr allgemein kontrollieren.

Feldkirch weist bei den Ausgaben nur die Servicekosten der Automaten mit rund 10.000 Euro jährlich aus. Darüber hinaus liegen der Stadt laut eigenen Angaben keine entsprechenden Informationen vor.

Auch Bludenz konnte keine gesonderte Kosten- oder Überschussrechnung vorlegen.

Warum Bregenz so weit vorne liegt

Dennoch zeigt sich deutlich: Die Parkraumbewirtschaftung bringt den Vorarlberger Städten teils hohe sechs- bis siebenstellige Beträge – Bregenz liegt klar voran. Die Landeshauptstadt hat stark frequentierte Parkflächen in Innenstadt- und Seenähe, eine im Vergleich zu anderen Städten deutlich längere Gebührenpflicht bis in die Abendstunden und teils auch am Wochenende, sowie hohen Zulauf durch Tourismus und Veranstaltungen.

(VOL.AT)

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