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Mit dem Auto nach Italien? Diese neue Regel kann dir einiges an Geld sparen

Bild der Mautstelle auf der Brennerautobahn.
Bild der Mautstelle auf der Brennerautobahn. ©APA
Ab 1. Juni erhalten Autofahrer auf Italiens mautpflichtigen Autobahnen unter bestimmten Voraussetzungen Geld zurück, wenn sie wegen Baustellen deutlich länger unterwegs sind. Die neue Regelung gilt rechtzeitig vor Beginn der Sommerreisezeit und betrifft auch Urlauber aus Österreich.

Wer mit dem Auto nach Italien reist, muss auf vielen Autobahnen Maut bezahlen. Künftig können Autofahrer jedoch einen Teil dieser Gebühren zurückfordern, wenn sie aufgrund von Baustellen erhebliche Verzögerungen in Kauf nehmen müssen. Die neue Regelung tritt am Montag, dem 1. Juni, in Kraft.

Geld zurück bei längeren Fahrzeiten

Nach den Vorgaben der italienischen Verkehrsbehörde müssen Autobahnbetreiber die Maut teilweise oder sogar vollständig erstatten, wenn die übliche Fahrzeit deutlich überschritten wird. Die Rückerstattung kann über eine App beantragt werden, in der die privaten Autobahngesellschaften zusammengeschlossen sind.

Bereits auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern kann eine Entschädigung fällig werden, wenn die Fahrt mindestens zehn Minuten länger dauert als gewöhnlich. Auf längeren Strecken gelten entsprechend höhere Verzögerungszeiten. Bei Verspätungen von mehr als zwei Stunden soll in der Regel die gesamte Maut zurückgezahlt werden.

Ausnahmen bei Unfällen und Schlechtwetter

Eine Auszahlung erfolgt allerdings erst ab einem Erstattungsbetrag von mehr als einem Euro. Die Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia nennt als Beispiel eine Rückerstattung von 75 Prozent der Maut, wenn auf einer 90 Kilometer langen Strecke eine Verzögerung von 40 Minuten entsteht. Ab einer Stunde Verspätung werde die Gebühr vollständig ersetzt.

Keine Entschädigung gibt es hingegen bei sogenannten Notfall-Baustellen, nach Unfällen oder bei wetterbedingten Behinderungen.

Regierung spricht von "Wendepunkt"

Die Mitte-rechts-Regierung in Rom hatte die Neuregelung vorangetrieben. Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnete den Beschluss als "Wendepunkt" für die Rechte von Autofahrern.

Kritik kommt dagegen von italienischen Verbraucherschützern. Sie bezweifeln, dass das System in der Praxis reibungslos funktionieren wird. Zudem wird befürchtet, dass Autobahnbetreiber die Kosten für Rückerstattungen künftig durch höhere Mautgebühren ausgleichen könnten.

Italien setzt weiter auf streckenabhängige Maut

Das italienische Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer. Im Gegensatz zu Österreich, wo für die meisten Autobahnen eine Vignette erforderlich ist, wird in Italien die Maut nach gefahrenen Kilometern berechnet. Nach Angaben von Verbraucherschutzverbänden zählen Italien und Frankreich zu den teuersten Ländern Europas bei den Autobahngebühren.

Das neue Entschädigungssystem soll laut Behörden bis Dezember vollständig ausgebaut sein.

(VOL.AT)

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