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"Mit dem Supergau konfrontiert"

©Serra, Weissengruber & Partner Fotografie OG
Vier Runden vor Schluss steckt Bregenz Handball tief im Abstiegskampf.

Die 33:34-Heimniederlage gegen Liganeuling Hollabrunn im direkten Duell um den Klassenerhalt trifft den Traditionsklub aus der Landeshauptstadt hart – auch deshalb, weil man denselben Gegner vor ein paar Tagen auswärts noch klar besiegen konnte.

"Die große Chance haben wir leider verpasst", sagte Geschäftsführer Björn Tyrner offen. Die Enttäuschung sitzt auch einen Tag später noch tief. Nun gehe es vor allem darum, die Köpfe schnell wieder frei zu bekommen: "Wir müssen bereit sein, in den nächsten Spielen möglichst viele Punkte zu holen, egal ob zuhause oder auswärts."

Kopflastiges Thema

Warum die Mannschaft nach zuletzt positiven Ergebnissen wieder einen Rückschlag hinnehmen musste, lässt sich laut Tyrner nicht einfach erklären: "Das ist ein sehr kopflastiges Thema." Ein wesentlicher Unterschied liege jedoch in der Ausgangslage der Teams: Während Gegner Hollabrunn seit Monaten im Abstiegskampf stecke und genau darauf vorbereitet sei, habe Bregenz lange noch mit dem Viertelfinale geliebäugelt. "Dass wir das trotz guter Leistungen nicht geschafft haben, war ein mentaler Dämpfer."

"Es wäre naiv, dies nicht zu tun"

Die Handballer aus Bregenz kämpfen bis zum bitteren Ende ©Stiplovsek Dietmar Pauschal

Hinzu kommt die bewusst gewählte Ausrichtung des Vereins. Bregenz setzt seit Jahren stark auf den eigenen Nachwuchs, mit allen Chancen, aber auch Risiken. "Wir haben eine extrem junge Mannschaft", so Tyrner. "Das kann natürlich ein Grund sein, warum man in so einer Situation landet." Gleichzeitig betont er, dass dieser Weg kein Zufall ist: "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, unseren jungen Spielern Zeit zu geben und auf Neuverpflichtungen im Winter zu verzichten. Dahinter steckt ein langfristiger Plan."

Langfristiger Plan

Trotz der schwierigen Lage hält die Vereinsführung am eingeschlagenen Kurs fest. Intern beschäftigt man sich aber selbstverständlich auch mit einem möglichen Abstieg. "Es wäre naiv, wenn wir das nicht tun würden", sagt Tyrner und findet deutliche Worte: "Ein Abstieg wäre eine Katastrophe. Vor allem für den Standort Vorarlberg wäre das ein Desaster."

Unklar ist derzeit zudem die Situation rund um mögliche Aufsteiger aus der zweiten Liga. Auf Verbandsebene laufen Gespräche, konkrete Entscheidungen stehen aber noch aus. Für Tyrner ist dennoch klar: "Ich bin überzeugt, dass aktuell die zwölf besten Teams Österreichs in der ersten Liga spielen."

In Teilen vorbereitet

Für den Ernstfall sieht sich der Verein zumindest in Teilen vorbereitet. "Wir haben das Commitment unserer Mannschaft, dass sie zusammenbleiben würde", betont der Geschäftsführer. Der eingeschlagene Weg soll auch dann fortgesetzt werden. Junge Spieler fördern, Strukturen erhalten und den Fokus klar auf den sofortigen Wiederaufstieg legen.

Michael Roth ist für den Ernstfall gerüstet. ©Stiplovsek Dietmar pauschal

Noch aber will in Bregenz niemand vom Abstieg sprechen. Der Glaube an den Klassenerhalt ist weiterhin vorhanden. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen und oben bleiben", sagt Tyrner kämpferisch.

Appell an die Handballfamilie

Gleichzeitig richtet er einen eindringlichen Appell an die Fans, die die Mannschaft zuletzt trotz schwieriger Lage lautstark unterstützt haben: "Gerade jetzt brauchen wir unsere Handballfamilie. Die nächsten Heimspiele sind entscheidend – wir brauchen eine volle Halle und maximale Unterstützung."

Die Fans hoffen auf Verbleib in der höchsten Spielklasse

Die Ausgangslage ist ernst – doch entschieden ist noch nichts. In den kommenden Wochen geht es für Bregenz um nichts weniger als die Zukunft in der höchsten Spielklasse.

(VOL.AT)

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