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Mit Methode: Lernen auch im Alter

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Den Spruch kennt wahrscheinlich jedes Kind – aber was ist wirklich dran an der Aussage? Haben ältere Semester tatsächlich größere Schwierigkeiten sich Wissen einzuprägen?

Nein, so ganz richtig ist das nicht, wie Wissenschaftler der Universität Leuven in Belgien herausgefunden haben. Menschen sind auch im höheren Alter noch in der Lage Neues zu erlernen. Dabei gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Menschen bis 45 Jahre in die Gruppe der jungen Erwachsenen fallen und bis 65 Jahre zu den Erwachsenen mittleren Alters gehören. Wer sich also beruflich weiterbilden möchte, um seine Karriere voranzutreiben, scheint durchaus im richtigen Lernalter zu sein.

Der kleine Unterschied

Altersabhängige Unterschiede in der Gedächtnisleistung gibt es allerdings schon. Wenn es beispielsweise um die Schnelligkeit geht, sind junge Menschen klar im Vorteil. Nimmt man die Langzeit-Gedächtnisleistung genauer unter die Lupe, so hat die ältere Generation ein Ass im Ärmel, denn diese kann an Erfahrungen anknüpfen, was die Gedächtnisleistung unterstützt. Geht es außerdem darum, komplexere Sachverhalte zu analysieren, punkten sie ebenso.

Eine Frage der Methode

Lebenslanges Lernen – gerade auch, um im Job weiterzukommen  ist keine Frage des Alters, sondern vielmehr eine der Methode. Und davon stehen einige zur Auswahl, zum Beispiel die SQ3R-Methode Survey, Question, Read, Recite, Review). Die Lernmethode ist besonders gut dazu geeignet, ich mit Sachtexten auseinanderzusetzen und diese in fünf aufeinanderfolgenden Schritten systematisch zu erfassen und zu verarbeiten. Es lohnt sich für junge und alte Lernwillige einen genauen Blick darauf zu werfen.

SQ3R-Methode – so geht‘s

Zuallererst verschafft sich der Lernende einen groben Überblick (Survey) über den Text. Dieser wird lediglich schnell überflogen und nicht genau gelesen. Im zweiten Schritt (Question) steht die Überlegung, mit welchem Ziel der Text gelesen werden soll im Vordergrund. Konkrete Fragen werden formuliert und notiert, z. B.: Was genau möchte ich erfahren? Die Fragen helfen dabei, den Text zielorientiert zu erfassen.

Lesen und zusammenfassen

Aufmerksam gelesen wird der Text erst im dritten Schritt (Read). Unbedingt darauf achten, dass der Text auch wirklich verstanden wird – unverständliche Fremdwörter nachschlagen – sowie die formulierten Fragen immer im Kopf behalten. Danach wird im vierten Schritt eine Zusammenfassung (Recite), erstellt. Am besten abschnittsweise vorgehen und das Gelesene in eigenen Worten zusammenfassen. Der verfasste Text kann auch laut vorgetragen werden – sich selbst oder einer anderen Person. Die Zusammenfassung sollte die im zweiten Schritt formulierten eigenen Fragen beantworten. Abschließend geht es an das „Rückblicken“ (Review). Es wird versucht, das Gelesene in einen größeren Kontext einzubinden und Anknüpfungspunkte an bereits vorhandenes Wissen zu finden. Somit vertieft sich das Gelesene.

Die SQ3R-Methode

  • 1. Überblick verschaffen (Survey)
  • 2. Ziele bzw. Fragen definieren (Question)
  • 3. Aufmerksam lesen (Read)
  • 4. Zusammenfassen (Recite)
  • 5. Rückblicken und somit Wissen vertiefen (Review)
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