AA

Mit voller Spannung in die doppelte Mission

Zwischen Ligaalltag und Cupvorfreude will der SCR Altach in Tirol den nächsten Entwicklungsschritt setzen.

Der Blick auf den Kalender ist verlockend, die Versuchung entsprechend groß: Cupfinale am 1. Mai gegen den LASK im Klagenfurter Wörthersee-Stadion, davor eine englische Woche, dazu zwei Spiele innerhalb von vier Tagen gegen denselben Gegner. Mit dem Auswärtsspiel bei der WSG Tirol startet der SCR Altach am Samstag, 17 Uhr, in eine Woche, die es in sich hat. Und doch lässt SCRA-Chefcoach Ognjen Zaric vor dem Gastspiel im Heiligen Land keinen Zweifel daran, worauf der Fokus seiner Mannschaft liegt: "Für uns zählt aktuell nur das Doppel gegen die WSG."

Ognjen Zaric ist sich der Bedeutung der nächsten beiden Spiele gegen die WSG bewusst. ©GePA

Gefährlicher Gegner

Die Ausgangslage ist vielversprechend, zumindest auf den ersten Blick. Ein Spiel vor Halbzeit der Qualifikationsgruppe hält man bei 21 Punkten und rangiert damit punktgleich mit der SV Ried an der Tabellenspitze. Der Abstand zu Schlusslicht BW Linz beträgt aktuell ebenfalls komfortable acht Zähler. Zudem ist man gegen die WSG in dieser Saison noch ungeschlagen, das bislang letzte Gastspiel am Tivoli endete kurz vor Weihnachten mit einem überzeugenden 3:0-Erfolg der Altacher. Für Zaric ist dennoch klar, dass sich daraus nichts ableiten lässt. "Jedes Spiel startet wieder bei null", so der Tiroler, der weiß, dass sein Team "ans Leistungsmaximum kommen" muss, um Zählbares mitzunehmen.

Dem Fakt, dass Valentino Müller und Co. zuletzt mit 0:5 bei Blau Weiß Linz untergingen, misst man im Lager der Rheindörfler nicht allzu viel Bedeutung bei. Vielmehr richtet sich der Blick auf die grundsätzliche Spielanlage des Gegners. Unterschätzen will man die Tiroler dennoch keinesfalls. Zaric erwartet eine Mannschaft, "die in der Defensive sicher mit drei Spielern agiert, die extreme Größe und Wucht haben". Dazu komme ein Stil, "der sehr viel Wert auf weite, hohe Bälle legt". Entsprechend eindeutig formuliert der Coach das Erfolgsrezept für die Partie: "Das müssen wir sauber und ordentlich wegverteidigen."

ADMIRAL BUNDESLIGA, 27. SPIELTAG

WSG Tirol – SCR Altach, Samstag

Tirol, Tivoli-Stadion, 17 Uhr, SR Isa Simsek(W)

Saisonergebnis 2025/26: 1:1 (h), 0:3 (a)

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

WSG Tirol (3-4-3): Stejskal – Kubatta, Lawrence, Boras – Naschberger - Taferner, Müller, Böckle – Wels, Sabitzer, Baden Frederiksen

Es fehlen: Butler (Kreuzbandriss), Ola-Adebomi (krank), Geris (Muskelverletzung)

SCR Altach (3-4-3): Stojanovic – Jäger, Milojevic, Zech, – Ingolitsch, Bähre, Demaku, Ouédraogo - Massombo, Diawara, Greil

Es fehlen: Fetahu (Schambein), Idrizi (Knie)

Nach der deutlichen Pleite der Tiroler sei man auf eine entsprechende Reaktion vorbereitet. "Wenn eine Mannschaft Charakter hat, dann zeigt sie natürlich ein anderes Gesicht", sagt Zaric, der personell wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Ousmane Diawara kehrt nach abgesessener Sperre zurück.

Ousmane Diawara kehrt nach abgesessener Gelbsperre in den Kader zurück. ©GEPA

Rechenspiele, was ein Punkt oder ein Auswärtssieg für das große Ziel Klassenerhalt bedeuten könnten, will er gar nicht erst aufkommen lassen. "Jeder Punkt ist wichtig für den SCR Altach", sagt der 37-Jährige, der an die Vorsaison erinnert, als man um diese Zeit "sehr, sehr weit weg" von einer entspannten Ausgangslage gewesen sei.

Bereit für den nächsten Schritt

Mit Mohamed Ouedraogo steht dabei einer besonders im Mittelpunkt: vier Tore und eine Vorlage in 23 Spielen, dazu 1947 Einsatzminuten und eine Startelfquote von 88 Prozent, der linke Außenbahnspieler aus Burkina Faso ist längst zu einem Fixstarter geworden und zu einem Gesicht des Altacher Aufschwungs gereift. "Wenn wir als Mannschaft gut arbeiten, dann können sich Individuen entfalten", so Zaric.

Mohamed Ouedraogo steht sinnbildlich für den Aufschwung der vergangenen Wochen und ist aus dem Spiel der Altacher nicht mehr wegzudenken. ©GEPA

Angesichts der starken Verfassung des 23-Jährigen bleibt aber auch die Frage nach einem möglichen nächsten Karriereschritt nicht aus. "Wenn er den nächsten Schritt machen kann, dann gönnt man ihm das natürlich von Herzen. Auch wenn ich froh bin, wenn er bei uns bleibt", schmunzelt der Altach-Coach.

Das Kollektiv ist aktuell die größte Stärke des SCR Altach. ©GEPA

Ouedraogo selbst schlägt trotz aller Vorfreude auf das Cupfinale denselben Ton an. "Wir müssen jetzt den Fokus auf die beiden Duelle mit der WSG legen." Natürlich sei das Cupfinale in seinen Gedanken präsent, "mein erstes Finale im Profifußball", doch zunächst gehe es darum, "alles klarzumachen und die kommenden Spiele positiv zu bestreiten". Altach fährt also mit Rückenwind, aber ohne Ablenkung nach Tirol. Oder, wie es Zaric formuliert: "Wir fahren dahin, um zu gewinnen."

(VOL.AT)

  • ADMIN AT
  • SCR Altach
  • Mit voller Spannung in die doppelte Mission