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Mobbingfälle in Vorarlberg halbiert: Was steckt dahinter?

Die Zahl gemeldeter Mobbingfälle ist in Vorarlberg stark gesunken. Doch Neos zweifeln die Statistik jedoch an.
Die Zahl gemeldeter Mobbingfälle ist in Vorarlberg stark gesunken. Doch Neos zweifeln die Statistik jedoch an. ©Symbolbild: Canva
Die Zahl gemeldeter Mobbingfälle ist in Vorarlberg stark gesunken. Doch Neos zweifeln die Statistik an. Werden viele Fälle gar nicht erfasst? Eine neue Anfrage bringt Details ans Licht.

Im aktuellen Schuljahr sorgen neue Zahlen zur Mobbing-Bekämpfung in Vorarlberg für Diskussionen. Während die offiziellen Meldungen stark zurückgehen, stellt die Politik die Aussagekraft der Daten infrage.

Deutlich weniger gemeldete Fälle

Laut Angaben der Koordinationsstelle Mobbing (KoMo) wurden im Schuljahr 2022/23 noch 222 Fälle betreut, im Schuljahr 2024/25 waren es nur noch 96 Konfliktanfragen.

Davon entfielen:

  • 44 Fälle auf Mittelschulen
  • 24 auf Volksschulen
  • 14 wurden tatsächlich als Mobbing eingestuft

Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick positiv – doch er hat eine entscheidende Einschränkung.

Fälle bleiben oft an Schulen

Nach der Umstrukturierung der Koordinationsstelle im Jahr 2025 werden viele Konflikte direkt an den Schulen gelöst. Nur wenn keine interne Lösung gelingt, wird der Fall an die KoMo gemeldet.

Damit ist klar:
Die offiziellen Zahlen zeigen nur einen Teil der tatsächlichen Fälle.

Auch Landesrätin Barbara Schöbi-Fink betont in der Anfragebeantwortung, dass eine vollständige Erhebung nicht möglich sei. Vergleichsdaten aus früheren Jahren seien nur eingeschränkt vorhanden.

Kritik von Neos: "Zahlen nicht vollständig"

Die Neos haben deshalb eine parlamentarische Anfrage gestellt. Sie verweisen unter anderem auf mediale Berichte, die zeigen, dass Mobbing weiterhin ein relevantes Problem ist.

Kritikpunkt:
Da keine Meldepflicht an die Koordinationsstelle besteht, könnten viele Fälle in der Statistik fehlen.

Mehr Schulsozialarbeit als Gegenmaßnahme

Parallel dazu wurde die Schulsozialarbeit deutlich ausgebaut:

  • 2023/24: 22 Vollzeitstellen
  • aktuell: 36,5 Vollzeitäquivalente
  • geplant: 40 Stellen ab 2026/27

Ziel ist, dass künftig alle größeren Pflichtschulen fix einen Schulsozialarbeiter haben. Kleinere Standorte können bei Bedarf Unterstützung anfordern.

Weniger Personal bei Koordinationsstelle

Gleichzeitig wurde die Koordinationsstelle selbst verkleinert:
Aus zwei Vollzeitstellen wurden zwei 50-Prozent-Stellen.

Zusätzlich stehen laut Land:

  • 44 pädagogische Beraterinnen und Berater
  • Schulpsychologie und weitere Unterstützungsangebote

zur Verfügung.

Welche Maßnahmen bei Mobbing möglich sind

Schulen können bei Mobbingfällen verschiedene Schritte setzen:

  • Verhaltensnote
  • Gespräche mit Eltern
  • Verwarnungen oder Zurechtweisungen
  • Versetzung in Parallelklassen
  • Androhung von Ausschluss

Suspendierungen bleiben selten:

  • 2022/23: 99 Fälle
  • 2023/24: 98 Fälle

Laut Schöbi-Fink sind strengere Maßnahmen nur das "letzte Mittel".

(VOL.AT)

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