"Mode ist genau meins": Warum ein 19-jähriger Vorarlberger plötzlich Stars einkleidet
Mihajlo Lesic ist jung, ehrgeizig und bereits gut vernetzt. "Mode ist genau meins", sagt der 19-Jährige – und meint das wörtlich. Seit drei Jahren baut er sich Schritt für Schritt einen Namen als Stylist für bekannte Musiker aus dem Balkanraum auf. Während andere in seinem Alter noch überlegen, wohin es beruflich gehen soll, reist der Wolfurter bereits für bekannte Künstler nach Zürich, München oder Belgrad, um ihnen Outfits persönlich zu präsentieren.
Video: Wie wird man so jung zum Mode-Stylisten?
"Sie hat gesehen, dass ich Potential habe"
Seinen Einstieg verdankt Lesic einer persönlichen Begegnung. Vor rund drei Jahren traf er im Urlaub die Sängerin Zera, die ursprünglich aus Nenzing stammt und heute im Balkanraum eine bekannte Musikerin ist. Die beiden kannten sich bereits aus früheren Zeiten. Lesic erzählte ihr von seiner Arbeit – und lud sie ein, bei ihrem nächsten Besuch in Vorarlberg direkt bei ihm im Modehaus Sagmeister vorbeizuschauen.
FAQ Zera
Wer ist Zera? ▾
Zera ist der Künstlername von Marina Pezerović. Sie ist Sängerin und Songwriterin und in der Balkan-Musikszene aktiv.
Woher kommt sie? ▾
Zera stammt aus Vorarlberg, wuchs dort auf und lebt heute überwiegend in Belgrad.
Warum ist sie bekannt? ▾
Bekannt wurde sie durch mehrere erfolgreiche Songs im Balkanraum sowie durch ihre starke Präsenz auf Social Media.
Aus diesem ersten Kontakt entwickelte sich eine Freundschaft. Zera habe ihn unterstützt, ihn auf Social Media gepusht und anderen Künstlern von ihm erzählt. "Sie hat gesehen, dass ich Potenzial habe", sagt Lesic. Bald hätten andere Musiker über Instagram angefragt, ob er bestimmte Kleidungsstücke besorgen könne.
Heute arbeitet Lesic neben Zera unter anderem mit Künstlern wie Nucci und Biba zusammen. Die beiden sind bekannte Musiker aus dem Balkanraum, die vor allem in der Rap- und Urban-Szene große Reichweite haben und regelmäßig vor tausenden Fans auftreten. Die Kleidung bringt er meist persönlich vorbei. Für Nucci reiste er etwa nach Zürich und traf ihn im Hotel. Dort präsentierte er verschiedene Outfits – gekauft wurde, was gefiel.
So entscheidet Lesic, was ein Star trägt
Eine klassische Stylisten-Ausbildung hat Lesic nicht. Er bezeichnet sich selbst eher als eine Art "Personal Shopper". Dafür lebt er Mode nach eigenen Angaben rund um die Uhr – online wie offline. Er analysiert Social-Media-Auftritte, Bühnenlooks und Persönlichkeiten. Bevor er Outfits auswählt, schaut er genau hin: Trägt jemand es eher elegant oder auffällig? Ist das Outfit für die Bühne gedacht? Dann darf es glänzen, auffallen, "provozieren".
Gerade Bühnenmode müsse mehr sein als ein Basic-Teil. Es gehe darum, gesehen zu werden. Dass ihm das gelingt, sieht er an den Auftritten der Künstler – und daran, dass sie wiederkommen.
Fokus Balkanraum: "Da kann man noch viel rausholen"
Dass er fast ausschließlich mit Künstlern aus dem Balkanraum arbeitet, ist für ihn bewusst so. Das sei inzwischen klar seine Zielgruppe. Vor allem bei Männer-Mode sieht er dort großes Potenzial. Der gängige Stil sei oft sehr ähnlich: enge Hosen, enge Shirts, auffällige Jeans.
"Da kann man noch viel rausholen", sagt Lesic. Weitere Schnitte, andere Farben, mehr Mut. Sein Ziel sei es, genau dort anzusetzen und etwas zu verändern.
"Merkt euch meinen Namen"
Noch ist das Einkleiden der Künstler für Lesic kein Vollzeitjob, sondern ein Herzensprojekt nebenbei. Hauptberuflich arbeitet der 19-Jährige weiterhin im Modehaus Sagmeister, wo er auch seine Lehre absolviert hat. Für Termine mit Musikern opfert er bewusst seine Freizeit.
Außerdem will Lesic nicht nur andere Labels verkaufen. Sein Ziel ist eine eigene Modemarke – speziell für Männer. Eine Marke, mit der er den Stil neu prägen will. Seine Werke auf der Fashion Week nennt er als klares Zukunftsziel.
Der Traum vom Modedesign entstand während seiner Lehre, die er mit 15 begann. Mit der Zeit habe er gemerkt: Genau das ist es. Neue Kollektionen, über Mode sprechen, Menschen einkleiden – beruflich und privat.
Abschließend bleibt ein selbstbewusster Satz: "Merkt euch meinen Namen. Ich hoffe, dass ich irgendwann groß werde."
(VOL.AT)