Mysteriöser Fund im Bodensee gibt selbst Behörden Rätsel auf
Was Badegäste im Bodensee entdecken, wirkt zunächst unscheinbar. Erst die Nachforschungen der Behörden offenbaren die ungewöhnliche Geschichte hinter dem Fund – doch das größte Rätsel bleibt ungelöst.
Badegast entdeckt ungewöhnlichen Stein im Wasser
Eigentlich sah das Fundstück wie ein unscheinbarer Taler aus Ton aus. Entdeckt wurde es von Badegästen im flachen Uferbereich des Bodensees. Auf einer Seite war die Aufschrift "Ulm", auf der anderen eine sechsstellige Nummer eingraviert.
Die Finder veröffentlichten Fotos auf der Plattform Reddit und fragten nach der Herkunft des Gegenstands. Schnell vermuteten mehrere Nutzer, dass es sich um einen sogenannten Schamottstein handeln könnte – einen feuerfesten Identifikationsstein, der bei Einäscherungen verwendet wird.
Stadt Ulm bestätigt Herkunft
Diese Vermutung bestätigte schließlich das Krematorium der Stadt Ulm gegenüber der "Schwäbischen Zeitung": "Wir können den Schamottstein sogar zu der verstorbenen Person zurückverfolgen", sagte Heike Straub-Gollinger, Leiterin der Abteilung Friedhofs- und Bestattungswesen.
Demnach wurde die Person vor rund eineinhalb Jahren in Ulm eingeäschert. Anschließend sei die Urne an ein Bestattungsunternehmen außerhalb der Stadt übergeben worden – ein üblicher Vorgang.
Wie der Schamottstein schließlich im Bodensee landete, könne jedoch niemand erklären. "Das ist eine gute Frage, wie das da reingelangt ist. Aber es gibt scheinbar nichts, was es nicht gibt", so Straub-Gollinger zur "Schwäbischen Zeitung".
Schamottstein dient der eindeutigen Identifizierung
Schamottsteine werden vor der Einäscherung mit einer individuellen Nummer versehen und gemeinsam mit dem Sarg in den Ofen gelegt. Sie verbleiben anschließend in der Aschenkapsel und ermöglichen eine eindeutige Identifizierung der sterblichen Überreste.
Nach Angaben der Stadt Ulm gehört die Nummer auf dem im Bodensee gefundenen Stein eindeutig zu einer dort eingeäscherten Person.
Rätsel um den Weg in den Bodensee
Warum sich der Schamottstein im Bodensee befand, ist weiterhin unklar.
Fest steht lediglich: Eine Beisetzung im Bodensee ist weder in Deutschland noch in Österreich erlaubt. Seebestattungen sind ausschließlich auf hoher See zulässig. Auch auf Schweizer Seite bestehen für den Bodensee entsprechende Einschränkungen.
Ob der Fund tatsächlich mit einer unerlaubten Verstreuung von Asche zusammenhängt, lässt sich derzeit nicht sagen. Dafür gibt es bislang keine Hinweise. Sicher ist nur: Der ungewöhnliche Fund wirft Fragen auf – Antworten darauf gibt es bisher keine.
(VOL.AT)