Beim Besuch von VOL.AT bei der Familie Fink hat es Minusgrade. Zum Glück findet ein Teil des Interviews drinnen statt, wo die roten Hände schnell wieder aufgewärmt werden. Es ist der erste Winter, in dem die Familie Fink mit der Wärmepumpe heizt. Und das in einem Altbau.
Nach zwanzig Jahren Schluss mit Pellet
Grund waren immer wieder anfallende, teure Reparaturen bei der früheren Pelletheizung. "Unsere zuverlässige Pelletheizung ist nach zwanzig Jahren in die Jahre gekommen und wir haben eine Alternative gesucht." Eine neue Heizung muss her.
Familie Fink erzählt über ihre Erfahrung mit der Wärmepumpe:
Ganzes Leben im selben Haus
"Wir haben das Haus Stück für Stück saniert, wir wollten keine großen Schulden machen und haben dann immer wieder ein bisschen gespart", so Brigitte Fink, die bereits seit ihrer Kindheit in dem Haus wohnt.
Sie hat die ganze Heizungsgeschichte des Altbaus aus den 1960ern miterlebt: "Früher, als ich noch ein Kind war, waren da in diesem Bereich zwei Ölkessel." Dann kam die Pelletheizung, die im Sommer 2025 von einer Wärmepumpe abgelöst wurde. Eine Entscheidung, die bei vielen noch mit Unsicherheiten behaftet ist.
Allgemeine Verunsicherung groß
Viele Hauseigentümer sind verunsichert, wenn ein Heizungstausch im Altbau ansteht, ob eine Wärmepumpe wirklich möglich ist. Michael Braun vom Energieinstitut Vorarlberg klärt auf, dass diese Sorgen unberechtigt sind: "Also es gibt kaum eine Anwendung, wo die Wärmepumpe nicht einsetzbar ist." Die meisten Anfragen bekäme die Energieberatung zu zwei Themen: Wärmepumpe im Altbau und Förderungen. Laut ihm ist die Wärmepumpe auch im unsanierten Altbau und mit Heizkörpern möglich. Lediglich könne es sein, dass es in manchen Gebäuden weniger effizient funktioniere.
Häufige Fehler und Tipps
Auch die zwei Wolfurter haben sich beim Energieinstitut beraten lassen. Zudem haben sie sich im Bekanntenkreis umgehört und Medien konsumiert, um die richtige Entscheidung zu treffen. "Wir haben einen super Tipp von unserem Installateur bekommen", erinnert sich Ernst Fink zurück. "Er hat gesagt, dass ich die Vorlauftemperatur sukzessive zurückdrehen soll." Dann merkte er: Dies hätte er schon viel länger so handhaben können, um Energie einzusparen.
Anhaltspunkt für Unentschiedene
Es gilt nämlich die Faustregel: Wenn das Haus auch mit geringer Vorlauftemperatur angenehm warm bleibt, ist das ein Hinweis, dass eine Wärmepumpe im Gebäude gut funktionieren kann. Das war bei der Familie Fink der Fall.
Ein häufiger Fehler in Sachen Effizienz beim Umstieg auf Wärmepumpen betrifft die Vorlauftemperatur, erklärt Bereichsleiter der Energieberatung Michael Braun.
"Im Ölkessel, im Gaskessel, dem ist das relativ egal von der Effizienz, ob man erst hohe Temperaturen erzeugt und die vielleicht später wieder runtermischt." Bei Wärmepumpen sei das anders: "Bei einer Wärmepumpe ist es eben genau nicht egal. Da ist es sehr, sehr sensibel, was die Temperaturen angeht."
Bauarbeiten im Sommer
Im Sommer fuhr dann der Bagger auf. Da sich das Haus in unmittelbarer Nähe zu einer Schule befindet, haben sie die Sommerferien für die Baustelle genutzt. Baulich waren kaum Eingriffe am Haus notwendig. "Das Einzige, was wir machen mussten, war ein Kanal von dort, wo die Wärmepumpe außen steht, zum Heizkeller", so die Sekretärin. Im Haus wurde sogar laut der 56-Jährigen Platz hinzugewonnen: "Dadurch, dass wir eine Luftwärmepumpe hier eingesetzt haben, die jetzt vor dem Gebäude steht, haben wir natürlich im Keller auch Platz gewonnen."
Erstes Fazit im ersten Winter
Beim Besuch von VOL.AT läuft die Wärmepumpe im ersten Winter im Vollbetrieb. Das Fazit der Familie fällt positiv aus. Schon kurz nach der Inbetriebnahme habe man einen Unterschied gespürt, so der Buchhalter aus Wolfurt. Sie habe schon während des Sommers beim Schlechtwetter Dienste geleistet.
Ohne großen Aufwand vorab. "Wir haben viel weniger Arbeit", sagt die Wolfurterin. "Jetzt haben wir etwas, was vollautomatisch ist." In der Anfangszeit und im Herbst war noch etwas Kontrolle und Feinjustierung nötig. Inzwischen läuft die Wärmepumpe von selbst. Kein Schleppen mehr, kein Nachfüllen, keine Asche, die entsorgt werden muss. Der Alltag mit der Heizung ist ruhiger geworden. Jetzt hofft die 56-Jährige auf eine längere Zeit ohne Baustellen daheim.
(VOL.AT)