Nach Bludenz-Aus: Feldkirch investiert in Geburtsstation
Die Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Feldkirch wurde umfassend ausgebaut. Hintergrund ist die Zusammenführung der Geburtenstationen im Vorarlberger Oberland, nachdem die Kreißsaalaktivität in Bludenz mit Jahresbeginn 2026 an den Standort Feldkirch verlegt wurde.
Ziel der Maßnahme ist laut Krankenhausbetreiber eine bessere medizinische Versorgung für Mütter und Neugeborene – insbesondere in Notfällen.
Mehr medizinische Sicherheit durch Bündelung
Ein wesentlicher Grund für die Verlegung war die personelle Situation im Fachbereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Gleichzeitig fehlten am Standort Bludenz wichtige Strukturen wie eine stationäre Pädiatrie oder ein spezialisiertes Krisenteam für Notfälle.
Am LKH Feldkirch hingegen befinden sich Geburtshilfe und Kinderintensivmedizin seit dem Neubau 2020 in direkter Nähe. Dadurch können kritische Situationen schneller versorgt werden. Laut Abteilungsvorstand Burghard Abendstein wurden zuletzt rund 350 Geburten jährlich von Bludenz nach Feldkirch verlagert.
Neue Räume und mehr Kapazitäten
Um die zusätzlichen Geburten zu bewältigen, wurden am Standort Feldkirch mehrere Bereiche erweitert.
Neu geschaffen wurden unter anderem:
- eine modern ausgestattete Still- und Schwangerenambulanz
- zusätzliche CTG-Räume zur Überwachung
- erweiterte Bereiche auf der Mutter-Kind-Station
Die Trennung von ambulanter Betreuung und Kreißsaal sorgt laut leitender Hebamme Kristina Gamper für ruhigere Abläufe und mehr Privatsphäre während der Geburt.
Familienzimmer und neue Angebote
Auch die Betreuung nach der Geburt wurde ausgebaut. Auf der Mutter-Kind-Station gibt es nun ein Familienzimmer, das Vätern ermöglicht, die erste Zeit gemeinsam mit Mutter und Kind im Spital zu verbringen.
Zusätzlich wurden neue Angebote geschaffen, darunter:
- ein eigener Untersuchungsraum für Kinderärzte
- ein "Babysmile"-Zimmer für Neugeborenenfotos
- ein Frühstücksraum zur Förderung der Mobilisation nach der Geburt
Betreuung bleibt auch in Bludenz erhalten
Trotz der Verlagerung bleibt die medizinische Betreuung für Schwangere im Raum Bludenz bestehen. Die Still- und Schwangerenambulanz vor Ort wird weiterhin betrieben und bietet wohnortnahe Beratung und Unterstützung.
Personal aufgestockt – bessere Betreuung möglich
Durch die Zusammenführung der Teams ist die Zahl der Hebammen in Feldkirch auf 36 gestiegen. Dadurch konnte auch der Betreuungsschlüssel verbessert werden: Statt zwei sind nun drei Hebammen pro Schicht im Einsatz.
Das ermögliche laut Krankenhaus eine engere Betreuung bis hin zu einer 1:1-Begleitung während der Geburt.
"Hausgeburt im Krankenhaus" als Konzept
Die Geburtshilfe in Feldkirch setzt auf eine Kombination aus persönlicher Betreuung und medizinischer Sicherheit. Ziel ist eine möglichst natürliche Geburt, gleichzeitig aber mit sofort verfügbarer medizinischer Hilfe.
Bei einem Notkaiserschnitt liegt die Zeit zwischen Entscheidung und Entbindung laut Krankenhaus unter zehn Minuten – und damit unter den üblichen medizinischen Richtwerten.
(VOL.AT)