Nach Brand mit 41 Toten: Familie erhält Rechnung über 72.000 Euro
Familie nach Brandkatastrophe mit hoher Rechnung konfrontiert
Monate nach dem tödlichen Brand in einer Bar im Schweizer Ferienort Crans-Montana steht eine betroffene Familie aus Italien vor der nächsten Belastung. Ihr 16-jähriger Sohn war bei dem Inferno zu Silvester schwer verletzt worden und kämpfte lange um sein Leben.
Nun fordert eine Klinik im Walliser Sion laut Medienberichten rund 67.000 Franken (etwa 72.000 Euro) für die Erstversorgung des Jugendlichen. Dabei wurde der damals Schwerverletzte lediglich rund 15 Stunden stabilisiert, bevor er in ein Krankenhaus nach Mailand verlegt wurde.
Der Vater zeigte sich gegenüber der italienischen Zeitung "La Repubblica" überrascht: "Stattdessen war da eine Rechnung über fast 67.000 Franken", sagte er über den Moment, als er die E-Mail aus der Schweiz öffnete.
"Steht in keinem Verhältnis"
Der Jugendliche erlitt bei dem Brand schwere Verbrennungen und musste seither mehrfach operiert werden – zuletzt an der Luftröhre. Insgesamt seien bereits acht Eingriffe notwendig gewesen. Trotz Fortschritten im Heilungsprozess sei der Weg zurück in den Alltag noch lange nicht abgeschlossen.
Die nun übermittelte Rechnung sorgt in der Familie für Unverständnis. "Da wurde mir diese Summe präsentiert, die in keinem Verhältnis zu dem stand", wird der Vater zitiert. Besonders irritierend sei auch gewesen, dass die Forderung ohne erläuterndes Begleitschreiben übermittelt worden sei.
Hinzu kommt: Eine angekündigte Soforthilfe aus der Schweiz in Höhe von 50.000 Franken sei laut Familie bislang nicht angekommen.
Kritik an Behörden und Verantwortlichen
Der Vater äußerte zudem Zweifel an der Höhe der verrechneten Kosten und vermutet, dass diese möglicherweise zur Weiterverrechnung an italienische Stellen gedacht sein könnten. Belege dafür gibt es nicht.
Seiner Ansicht nach sollten nicht die Opferfamilien finanziell belastet werden, sondern jene, die für die Katastrophe verantwortlich sind. Gemeint sind damit die Betreiber der betroffenen Bar sowie mögliche Versäumnisse bei behördlichen Kontrollen.
Katastrophe mit 41 Todesopfern
Bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" waren insgesamt 41 Menschen ums Leben gekommen. Die genauen Ursachen sowie mögliche Verantwortlichkeiten sind weiterhin Gegenstand von Ermittlungen.
Der 16-Jährige besucht inzwischen wieder die Schule, kämpft jedoch weiterhin mit den Folgen seiner Verletzungen. "Aber er ist stark. Und er hat Lebenslust", sagte sein Vater.
(VOL.AT)