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Nach dem WM-Drama: Rätseln um die Zukunft von Lionel Messi

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Der Kapitän fehlte beim Empfang für den Vizeweltmeister im ungemütlich kühl-regnerischen Buenos Aires. Aber wie geht es nun weiter mit Lionel Messi in der argentinischen Fußballnationalmannschaft?

Wie hat sich Messi selbst zu seiner Zukunft geäußert?

Nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien noch gar nicht. Nach dem Spiel verließ der 39-Jährige wortlos das Stadion in East Rutherford. In einem längeren Instagram-Post knapp 20 Stunden nach dem 0:1 nach Verlängerung schreibt er von unermesslichem Schmerz und dass diese Wunde Zeit zum Heilen brauche. Wie lange? Und was danach passiert – kein Wort.

Warum ist er nicht mit der Mannschaft zurückgereist?

Offiziell wurden keine Gründe genannt. Messi dürfte aber gute Argumente haben. Berichten zufolge flog er via Miami, wo er seit Mitte 2023 für den dortigen MLS-Klub Inter spielt, in seine eigentliche argentinische Heimat. Berichten zufolge kam er mit dem Flieger um sechs Uhr morgens Ortszeit auf dem Flughafen von Rosario am Dienstag an.

Als Zehnjähriger hatte er die Stätte vieler großer argentinischer Spieler Richtung Spanien verlassen. Damals schon mit dabei: Vater Jorge. Er managt Messi auch. Die gesundheitlichen Probleme von Messis Vater, die die Familie zu Beginn der WM bestätigt hatte, könnten nun Grund dafür sein, dass Messi getrennt von der Mannschaft reist – es passt sonst nicht zum Binnenverhältnis zwischen dem Anführer und seiner Gang.

Welche Rolle spielt Trainer Lionel Scaloni?

2006 standen Messi und Scaloni zusammen als Spieler im WM-Kader. Unter dem Trainer Scaloni erlebte Messi seine beste und mit riesigem Abstand erfolgreichste Zeit in der Nationalmannschaft. Sie gewannen zweimal die Copa América (2021 und 2024) sowie den WM-Titel 2022. Dazu wurden sie 2022 Finalissima-Gewinner 2022 beim Duell des Südamerika-Champions gegen den damaligen Europameister Italien.

Lionel Scaloni, Cheftrainer von Argentinien, spricht im Javits Center in New York während einer Pressekonferenz im Vorfeld des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft. ©APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/LARS BARON

Nach vielen Trainern, die vergeblich versucht hatten, eine Mannschaft für und um Messi aufzubauen, formte Scaloni eine Gruppe, die alles für Messi gibt, die von Leidenschaft und Kampf lebt und auf die fußballerischen Künste Messis hoffen und vertrauen muss. Messi selbst versteht und gibt sich wiederum einfach nur als Teil des Teams, das sich nun allerdings auch gravierend verändern könnte.

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Verteidiger und Ex-Weltmeister Nicolas Otamendi (38) erklärte bereits seinen Abschied, Torwart Emiliano Martínez (33) ließ mit einem Post bei Instagram nun auch Zweifel aufkommen. "Es bleibt mir nichts anderes übrig, als über vieles nachzudenken und zu sehen, wie es weitergeht und ob es an der Zeit ist, einen Schritt zur Seite zu treten", schrieb er.

Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni reagiert nach der Niederlage im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Spanien und Argentinien. ©APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

Als Scaloni während seiner Amtszeit seinem Biografen zufolge mal ans Aufhören dachte, suchte er das Gespräch mit Messi – und machte weiter. Sein Vertrag läuft aber Ende des Jahres aus, und er nährte Zweifel an einer Fortsetzung. Macht Messi weiter, könnte aber auch er vielleicht überzeugt werden. Und umgekehrt.

Was deutet auf ein Karriereende in der Nationalmannschaft hin?

Dankesschreiben und Huldigungen von Wegbegleitern wirkten wie Abgesänge. Auch Messis Moment vor den Fans nach dem Spiel, als ihm die Tränen kamen, sah nach Abschied aus. Sein Alter darf auch nicht vergessen werden: Messi feierte während des XXL-Turniers seinen 39. Geburtstag.

Was spricht dagegen?

Er hätte genug Zeit gehabt, vor dem Finale eine Entscheidung zu treffen und sie danach mitzuteilen. 2016 hatte er aus der Enttäuschung und Spontaneität nach der dritten Finalpleite nacheinander (WM 2014, Copa América 2015 und 2016) seinen Rücktritt erklärt. Nach nicht einmal zwei Monaten folgte die Kehrtwende. 2018 nach der Enttäuschung von Russland mit dem WM-Aus im Achtelfinale nahm er sich eine Auszeit, ohne konkret auf Zukunftspläne einzugehen.

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"Auch wenn wir alle von diesem Turnier als seiner letzten Weltmeisterschaft sprechen, ist der Spieler aus Rosario nicht mit einer festen Entscheidung zu dieser Weltmeisterschaft gekommen: Er hat seinem Umfeld nie gesagt, dass er dieses Turnier spielen und dann aufhören würde. Daher ist es unwahrscheinlich, dass dies sein letzter Auftritt war", schrieb der argentinische Sender TyC Sports.

Welche Ziele könnte er noch haben mit der Albiceleste?

Erreicht hat er trotz der verpassten Titelverteidigung praktisch alles, auch mit der Nationalmannschaft. 207 Einsätze, 125 Tore. Das Volk liebt ihn nach vielen Jahren der Skepsis. Anders als die 2020 gestorbene Fußball-Ikone Diego Maradona ist Messis Karriere frei von Skandalen. Dass es bei beiden mit der erfolgreichen Titelverteidigung (Maradona scheiterte 1990 mit Argentinien an Deutschland im Finale) nicht klappte, eint sie wiederum.

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Im September steht bereits das erste Länderspiel-Fenster an, 2028 wartet mit der Copa América das nächste große Turnier. Messis Vertrag bei Inter Miami ist bis dahin auch gültig, er läuft Ende 2028 aus. Im Jahr der nächsten WM (2030), bei der es auch ein Eröffnungsspiel in Buenos Aires geben soll, würde Messi während des Turniers 43 Jahre alt.

(dpa)

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