Herrenloses Boot am Bodensee – was geschah mit dem Besitzer?
Herrenloses Boot am Freitag entdeckt
Ausgelöst wurde der Einsatz am Freitagabend: Fischer entdeckten gegen 18 Uhr ein führerloses Motorboot auf der Seemitte im Bereich zwischen Wasserburg und Nonnenhorn und schlugen Alarm. Auffällig war, dass sich der Schlüssel noch im Boot befand – ein Umstand, der sofort die Befürchtung auslöste, dass sich mögliche Insassen im Wasser befinden könnten.
Gegen 20 Uhr wurde das Boot offiziell gemeldet, woraufhin eine groß angelegte Suchaktion anlief. Das Boot trieb im bayerischen Teil des Bodensees, weshalb die Einsatzleitung zunächst bei der Wasserwacht Lindau lag.
Vorarlberger Beteiligung an Großeinsatz
An der umfangreichen, länderübergreifenden Suchaktion beteiligten sich Einsatzkräfte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Insgesamt standen 16 Boote und zwei Hubschrauber im Einsatz, darunter auch der Vorarlberger Polizeihubschrauber "Libelle". Geführt wurde die Aktion am Freitag vom Boot "Hecht" der Wasserschutzpolizei Lindau, unterstützt von Organisationen wie Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Wasserrettung.
Die Koordination erfolgte zunächst über die Wasserwacht Lindau, die ihre Einsatzzentrale im Lindauer Yachthafen eingerichtet hatte. Das Gebiet zwischen Lindau und dem Rheindamm wurde in einem strukturierten Raster abgesucht.
Erneute Suche am Samstag
Die Suche wurde am Samstag fortgesetzt und ebenfalls ohne Ergebnis beendet. Die Kantonspolizei Thurgau bestätigte auf VOL.AT-Nachfrage: "Am Samstag am späten Nachmittag haben wir die Suchaktion abgebrochen auf dem Bodensee – ergebnislos."
87-jähriger Schweizer ist Bootseigner
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Halter des Bootes: Laut aktuellen Informationen handelt es sich um einen 87-jährigen Mann aus dem Kanton Thurgau. Auch am Sonntagmorgen war der Mann laut Medienberichten noch nicht aufgefunden worden.
Ob sich der Mann tatsächlich an Bord befand, ist weiterhin unklar. Die Polizei hält fest: "Es laufen jetzt natürlich noch Abklärungen, aber die Suchaktion ist beendet. Die Person gilt noch als vermisst."
Auch Suche an Land ohne Erfolg
Neben der Suche auf dem Wasser wurde auch im Uferbereich und an Land nach dem Vermissten gesucht, jedoch ebenfalls ohne Ergebnis. Hinweise darauf, ob sich der Mann tatsächlich auf dem Boot befand, gibt es bislang nicht. "Das gilt es abzuklären", so die Medienstelle der Kapo Thurgau gegenüber VOL.AT. "Momentan laufen die Ermittlungen noch in alle Richtungen."
Was sich genau am Freitagabend auf dem Bodensee abgespielt hat, ist nach wie vor ungeklärt.
(VOL.AT)