Nach schweren Vorwürfen in Senecura-Heim: Jetzt ermittelt Staatsanwaltschaft
Vor drei Wochen äußerten Angehörige eines verstorbenen Heimbewohners schwere Vorwürfe gegen die Senecura und die Heimaufsicht des Landes Vorarlberg. Ein 89-jähriger Mann sei unzureichend gepflegt worden, habe schnell an Gewicht verloren und am Ende seines Lebens Druckgeschwüre entwickelt. Die Kinder gaben an, ihren Vater einmal ohne Gebiss vor einem Stück Brot vorgefunden zu haben.
Ermittlungsverfahren eingeleitet
Das Landeskriminalamt Vorarlberg hat sich jetzt eingeschaltet. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, bestätigte Staatsanwalt Heinz Rusch. Es wird nach Paragraf 92 Strafgesetzbuch ermittelt, der das „Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen“ behandelt. Rusch gab keine weiteren Auskünfte.
Senecura präsentiert entlastende Gutachten
Vor zwei Tagen legte die Senecura zwei Gutachten vor, die die Vorwürfe widerlegen sollen. Eine künstliche Ernährung sei laut den Gutachtern keine Option gewesen. Verbesserungen seien lediglich bei der Dokumentation erforderlich. Gutachter Hans Jürgen Heppner betonte, dass keine Vernachlässigung stattgefunden habe.
(VOL.AT)