Nach zwei Jahren Leerstand: Was im alten Billa in Hohenems jetzt wirklich entsteht
Im Markt tut sich was
Fast zwei Jahre lang stand das große Geschäftslokal an der Lustenauer Straße leer. Jetzt steht ein neuer Nahversorger in den Startlöchern. Das Angebot unterscheidet sich deutlich von jenem klassischer Lebensmittel in Vorarlberg. Die Betreiber setzen auf internationale Spezialitäten, große Frischebereiche und Produkte, die vielen im Ländle neu sein dürften.
Noch ist der Lebensmittelmarkt eine Baustelle. Außen wurde die Fassade bereits in das typische Grau der neuen Kette umgestaltet, drinnen wird "komplett umgebaut", wie Denis Maron von der Monolith Beteiligungsgesellschaft Süd aus Herrenberg im Gespräch mit VOL.AT sagt. "Wir müssen so gut wie alles neu renovieren."
Erste Mix-Markt-Filiale in Vorarlberg
Die internationale Supermarktkette Mix Markt übernimmt den Standort. Für das Unternehmen ist es der erste Markt in Vorarlberg. Die Eröffnung ist laut Maron für den 9. oder 16. Juni geplant – je nachdem, wie es mit den Arbeiten vorangeht.
"Wir haben ja schon einige Mix Märkte in Österreich", erklärt Maron. "Die sind aber alle zentral gelegen in Wien oder in Graz und das ist jetzt die erste Filiale hier in Hohenems." In Österreich ist die Kette bislang außerdem in Linz, Salzburg und Klagenfurt vertreten. Einen Standort in Westösterreich gab es bisher nicht.
Warum die Wahl auf Hohenems fiel? "Der Standort spricht uns an, weil es einfach die Nähe auch an die Schweizer Grenze ist", informiert Maron.
Lange war unklar, wie es mit dem früheren Standort von Billa weitergeht. Nach der Schließung im Jahr 2023 hatte Rewe das Geschäftslokal Ende 2025 gekündigt und die Verantwortung für die Nachfolge an den Eigentümer übergeben.
Produkte aus Osteuropa und vom Balkan
Mix Markt betreibt europaweit mittlerweile über 480 Geschäfte und zählt zu den größten Supermarktketten für osteuropäische Lebensmittel.
Der Markt in Hohenems soll allerdings kein reiner Spezialitätenladen werden. "Wir sind ein Vollsortimenter, wie Billa zum Beispiel vorher auch war", erklärt Maron. Unterschiede gebe es vor allem beim Sortiment: "Uns unterscheidet aber das Obst und Gemüse und die frische Theke mit Fleisch und frischem Fisch. Und unser Trockensortiment hebt sich ab, da wir sehr viele Ost-Spezialitäten haben."
Im Angebot von Mix Markt gibt es Produkte aus Polen, Rumänien, Serbien, Bulgarien oder der Ukraine sowie Spezialitäten vom Balkan bis in den Kaukasus. Auch asiatische Waren sind in bestehenden Märkten Teil des Angebots. In anderen Märkten zählen etwa Pelmeni, Wareniki, eingelegte Produkte, Fischspezialitäten oder Wurstwaren zu den besonders gefragten Artikeln. Daneben finden sich auch Produkte, die viele Vorarlberger wohl zum ersten Mal sehen werden – etwa getrockneter Fisch als Snack oder gezuckerte Kondensmilch.
Zur Eröffnung sollen mehrere Verkostungsstände aufgebaut werden. "Man kann ganz bequem vorbeikommen, durchprobieren und Spaß haben", meint Maron. Geplant sei unter anderem eine Verkostung des Wurst- und Kaviarangebots.
"Die Bude ist immer voll"
Aktuell expandiert Mix Markt. Erst vor wenigen Tagen eröffnete ein neuer Standort im deutschen Schwäbisch Hall. Dort sei der Andrang groß gewesen. "Die Bude ist immer voll", sagt Maron über die Eröffnungen.
Auch in Hohenems will man möglichst viele Menschen ansprechen. "Wir versuchen, so breitflächig wie möglich die Zielgruppe zu halten", erklärt Maron. Der Markt solle auch als Nahversorger für die Umgebung dienen.
Die künftige Marktleiterin ist Milena Rohalova aus Bludenz. Sie lebt selbst seit mehr als zehn Jahren in Vorarlberg. Bisher kannte sie Mix Markt vor allem als Kundin aus Deutschland. Ihr sei wichtig, dass die Produkte nach Vorarlberg kommen. "Mich freut, dass wir zusammen die erste Filiale nach Vorarlberg bringen können für die Leute vom Balkan, aus Ungarn, Rumänien, Polen usw.", meint sie. Für die Community aus Osteuropa sei das Angebot gut.
Rohalova bringt nach eigenen Angaben mehrere Jahre Erfahrung aus dem Handel mit. Sie beschreibt die neue Aufgabe als Marktleiterin als "ganz neue Erfahrung". Die Spannung bis zur Eröffnung im Juni steige mit jedem Tag, gibt sie gemeinsam mit Denis Maron zu verstehen. Bis dahin gibt es im Markt noch einiges zu tun.
(VOL.AT)