Neos wollen nur noch zwei Spitäler in Vorarlberg
Die Vorarlberger Neos fordern eine tiefgreifende Reform der Spitalslandschaft im Land. Statt aktuell sieben Krankenhausstandorten soll es künftig nur noch zwei große, spezialisierte Spitäler geben. Hintergrund sind steigende Kosten und ein wachsendes Defizit im Gesundheitsbereich.
Defizit steigt auf 310 Millionen Euro
Laut Neos-Gesundheitssprecherin Katharina Fuchs hätten die sieben Spitalsstandorte im Jahr 2024 ein Defizit von knapp 310 Millionen Euro verursacht – rund 43 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.
Etwa 40 Prozent der Ausgaben könnten nicht mehr durch eigene Einnahmen gedeckt werden. Insgesamt verschlinge der Gesundheitssektor inzwischen rund ein Viertel des gesamten Landesbudgets.
Zwei zentrale Spitäler geplant
Die Neos schlagen deshalb eine Konzentration auf zwei große Standorte vor:
Ein Krankenhaus im Rheintal (Norden) und eines im Oberland (Süden).
Zusätzlich könnte laut Fuchs ein spezialisiertes Zentrum in Rankweil entstehen, etwa für psychiatrische Versorgung.
Der Neubau eines Spitals im Norden sei aus ihrer Sicht unumgänglich. Damit dieses bis 2040 fertiggestellt werden kann, müsse die Politik rasch Entscheidungen treffen. Verzögerungen würden die Kosten weiter erhöhen.
Bestehende Standorte sollen weiter genutzt werden
Eine vollständige Schließung der bestehenden Krankenhäuser ist laut Neos nicht vorgesehen. Vielmehr sollen diese künftig andere Aufgaben übernehmen:
- Primärversorgungszentren
- Ambulatorien
- Rehabilitative Einrichtungen
- Geriatrische Versorgung
Vor allem der Ausbau der ambulanten Versorgung wird als zentraler Hebel gesehen, um Spitäler zu entlasten.
Mehr Versorgung außerhalb der Spitäler
Durch stärkere Primärversorgung könnten laut Neos mehr Patientinnen und Patienten außerhalb von Krankenhäusern behandelt werden. Das würde Kosten senken und gleichzeitig die Versorgung effizienter machen.
Ob und wann ein solcher Umbau tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion über die Zukunft der Spitäler in Vorarlberg gewinnt weiter an Dynamik.
(VOL.AT)