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Neue Wendung im Fall "Timmy": DNA-Test widerspricht bisherigen Indizien

Neue Zweifel um Buckelwal "Timmy": DNA-Test wirft Fragen auf. ©AFP

Die private Rettungsinitiative um Buckelwal "Timmy" sorgt mit einem eigenen DNA-Test für neue Zweifel. Nach ihren Angaben könnte der vor Dänemark gefundene Wal nicht "Timmy" gewesen sein – mehrere Indizien sprechen jedoch weiterhin dagegen.

Rettungsinitiative stellt Identität des Wals infrage

Im Fall des Buckelwals "Timmy" gibt es eine neue Wendung. Die private Rettungsinitiative, die das Tier im Frühjahr von der Ostsee in die Nordsee gebracht hatte, erklärt, eigene DNA-Proben ausgewertet zu haben. Nach ihren Angaben könnte der vor der dänischen Insel Anholt angespülte Wal nicht mit dem Ostsee-Wal identisch sein.

Die Initiative will die Ergebnisse am Mittwoch in Hamburg vorstellen. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Gewebeproben berichtet. Nach Angaben der Rettungsinitiative wurde eine selbst entnommene Probe mit einer früheren Probe des Ostsee-Wals verglichen.

Aussagekraft der Probe bleibt offen

Ob die DNA-Analyse tatsächlich belastbar ist, bleibt allerdings unklar. Laut Bericht könnten Lagerung oder Transport der Proben die Ergebnisse beeinflusst haben. Zudem gab es für die Probenentnahme der privaten Helfer keine unabhängigen Zeugen.

Mehrere Indizien sprechen weiterhin für "Timmy"

Ungeachtet der neuen DNA-Angaben sprechen mehrere Hinweise weiterhin dafür, dass der vor Anholt gefundene Wal mit dem Ostsee-Wal identisch ist. So wurde am Kadaver ein Tracker gefunden, dessen übermittelte Vitaldaten laut Bericht mit jenen der Rettungsinitiative übereinstimmen.

Auch die dokumentierten Verletzungen des Tieres sollen mit jenen des Ostsee-Wals übereinstimmen. Zudem gilt die Schwanzflosse von Buckelwalen als individuelles Erkennungsmerkmal. Laut Bericht passt auch diese zu früheren Aufnahmen.

Der Walforscher Fabian Ritter sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Es handelt sich um dasselbe Individuum. Man erkennt ganz klar den individuellen Kantenverlauf am hinteren Ende der Fluke."

Wal strandete mehrfach

Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden und strandete in den Wochen danach mehrfach. Ende April schleppte die private Rettungsinitiative das Tier per Transportkahn in die Nordsee. Am 2. Mai wurde der Wal dort freigelassen.

Mitte Mai wurde der Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Eine Obduktion brachte zunächst keine eindeutige Todesursache. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass der Wal entgegen früheren Annahmen ein Weibchen war.

(VOL.AT)

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