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Nova Rock-Veranstalter: Regen sorgt für Mehrkosten in Millionenhöhe

Der Nova Rock-Veranstalter kann die Wut der Festivalbesucher nachvollziehen.
Der Nova Rock-Veranstalter kann die Wut der Festivalbesucher nachvollziehen. ©APA/FLORIAN WIESER
Der Start des Nova Rock-Festivals fiel am Donnerstag gehörig ins Wasser. Starker Regen verwandelte das Gelände in Nickelsdorf in Matsch, bei der Anreise staute es sich, einige Bands mussten abgesagt werden. Veranstalter Ewald Tatar sprach im Interview über den wetterbedingten Mehraufwand und warum er die Wut der Besucher nachvollziehen kann.
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Regen verschiebt Start - Acts abgesagt

Der Start in das diesjährige Nova Rock stand unter keinem guten Wetterstern: "Mir hat ein Bauer gesagt, dass es von November bis jetzt weniger geregnet hat als in den letzten drei Tagen", berichtete Veranstalter Ewald Tatar. Die Folge: Flächen zum Parken, aber auch vor den Bühnen verwandelten sich in tiefen Matsch. Bei der Anreise staute es sich daher zum Teil stundenlang. Tatar kann den Unmut verstehen, betonte aber auch: "Acht von zehn Festivals hätten abgesagt."

Tatar: "Kann Wut der Nova Rock-Besucher nachvollziehen"

Wer vor dem Einlass auf dem Gelände war, konnte sehen, wie intensiv gearbeitet wurde, um das Gelände betretbar zu machen.

Ewald Tatar: Das, was hier an Mehrkosten für Material und Personal angefallen ist, geht in die Millionen. Aber es war uns wichtig, dass wir das Festival nach den zwei Pandemie-Jahren spielen. Wir mussten ein paar Bands absagen, um das Gelände auf Vordermann zu bringen. Es steckt eine enorme Logistik dahinter, es will jeder sein Bier haben und sein Essen kaufen, aber du musst die Waren zu den Ständen bringen - und das Gelände war nicht zu befahren. Ich kann nur meinen Hut ziehen vor jenen, die das Festival noch ermöglicht haben.

Wie reagierten die betroffenen Acts?

Die hatten vollstes Verständnis.

Wenn Leute drei Stunden im Auto ausharren, um einparken zu können, geht das mit Unmut einher ...

Die Flächen waren in einem so schlechten Zustand, wenn wir auf Teufel komm raus dort beparkt hätten, wären wir gestanden, dann wären wir definitiv zusammengebrochen. Wir mussten mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen, darum hat das zum Teil so lange gedauert, um den Totalkollaps zu vermeiden. Ich weiß schon, dass es für viele eh ein Kollaps war, so lange im Stau zu stehen, aber wir haben es drüber gebracht.

In wie weit sind die Probleme behoben?

Tatar: Nebenfolgen werden uns bleiben. Wir kommen zum Teil zu WC-Anlagen nicht mit den Pumpen hin. Klar erwartet sich jeder, dass die WCs sauber und rein sind, nur wenn man nicht hinkommt, kommt man nicht hin. Das wird den einen oder anderen Unmut mit sich ziehen. Aber trotz allem: Wir spielen unter Bedingungen, die wir dem Publikum und uns nicht wünschen, aber wir spielen.

Das Programm auf der Red Stage startete überhaupt erst um 18.00 Uhr. Warum hat das dort so lange gedauert?

Die Bodenbeschaffenheit bei der Red Stage ist etwas anders als bei der Blue Stage, auch wenn die Bühnen nicht weit auseinander liegen. Als ich heute in der Früh den Zustand vor der Red Stage gesehen habe, war ich mir nicht sicher, ob wir dort heute überhaupt spielen. Dass wir das dann doch konnten, grenzt an ein Wunder.

Es gibt einige Neuerungen wie das Design der Blue Stage. Wird das unter diesen Bedingungen noch gewürdigt?

Es kommt auch der Thunderdome gut an. Wenn die erste Wut, die ich gut nachvollziehen kann, abgeklungen ist und das Wetter wieder schöner wird, hoffe ich doch, dass die Stimmung nach oben geht und das geschätzt wird. Wir haben ja wirklich viel gemacht.

Haben die Folgen der Pandemie die Durchführung des Festivals erschwert?

Massiv. Es ist ganz arg. Firmen, die seit Jahren mit uns arbeiten, haben die wichtigsten Mitarbeiter verloren. Diese Abläufe hier sind für viele Mitwirkende völlig neu. Das ist bei solchen Bedingungen noch mehr verschärfend. Und einiges an Personal ist wegen des Wetters nicht gekommen.

Etwas ganz anderes: In den folgenden Wochen staut es sich an Konzertterminen. Ist das finanziell für einen Veranstalter ein Risiko?

Es ist grundsätzlich ein Überangebot an Showtagen da. Wobei man sagen muss, dass sehr viele Karten für pandemiebedingt verschobene Konzerte schon vor zwei Jahren verkauft wurden. Die Zahl der neuen Shows ist überschaubar. Der Terminkalender ist dicht, keine Frage. Es ist aber nicht problematisch bezüglich der Ticket-Verkäufe. Was man schon merkt, ist die Vorsicht bei Terminen im Herbst.

(Das Interview führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(APA/Red)

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