Verletzungsdrama kurz vor Turnierstart: ÖFB-Star verpasst die WM
Verletzung beim Aufwärmen
Der Offensivmann von RB Leipzig zog sich am Montag beim Aufwärmen für die WM-Generalprobe gegen Tunesien (1:0) eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zu und wird das Turnier verpassen. Das gab der ÖFB am Dienstag nach einer MRT-Untersuchung bekannt. Teamchef Ralf Rangnick dürfte noch in dieser Woche einen Spieler nachnominieren.
Baumgartner hatte in der abgelaufenen Saison bei Leipzig mit 17 Pflichtspieltoren und neun Assists überzeugt. Der 26-Jährige befand sich laut eigenen Angaben am "Peak" seiner Karriere, wie er es in der Vorwoche formulierte. In der ÖFB-Offensive gilt der Niederösterreicher als Schlüsselspieler, der nur schwer zu ersetzen ist.
Laut ÖFB-Angaben hatte Baumgartner am Montag beim Aufwärmen für den Tunesien-Test in Wien bei einem Schuss einen Stich im Bereich des Hüftbeugers verspürt. Rangnick nahm den Niederösterreicher daraufhin aus der Startformation und ersetzte ihn durch Michael Gregoritsch. Am Dienstag in der Früh unterzog sich Baumgartner genaueren Untersuchungen, die das Ausmaß der Verletzung offenlegten. Wie lange Baumgartner genau ausfallen wird, ist offen. Ein Einstieg zu einem späteren Zeitpunkt der WM ist aber nicht möglich.
Schlüsselspieler in ÖFB-Offensive
Gemäß Einschätzung der Branchen-Website transfermarkt.at ist Baumgartner mit einem Marktwert von 40 Mio. Euro der mit Abstand wertvollste Spieler der ÖFB-Auswahl. In 58 Partien für Österreich hat der Waldviertler bisher 19 Treffer erzielt. Die vergangene Saison in Leipzig war die bisher beste seiner Karriere, die Vorfreude auf seine erste WM groß. "Der Zeitpunkt könnte für mich persönlich nicht besser sein", meinte Baumgartner in der Vorwoche bei der Teamzusammenkunft in Wien. Umso schmerzhafter ist nun das verletzungsbedingte Out.
Baumgartner gilt im ÖFB-Team als Schlüsselspieler, der nur schwer zu ersetzen ist. Für seine Position im Offensivzentrum kommen u.a. die im März vom deutschen bzw. englischen Verband zum ÖFB gewechselten Youngsters Paul Wanner und Carney Chukwuemeka infrage. Beide wurden in der zweiten Hälfte gegen Tunesien eingewechselt. Dazu ist neben dem gelernten Stürmer Gregoritsch auch der im Nationalteam zumeist auf der linken Seite aufgebotene Marcel Sabitzer, der in allen drei WM-Testspielen in diesem Jahr getroffen hat, eine Option.
Entwarnung bei Alaba
Nennschluss für die endgültigen WM-Aufgebote beim Weltverband FIFA war eigentlich bereits am Montag. Im Fall von Verletzungen dürfen allerdings bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel - im Fall Österreichs am 16. Juni (17. Juni, 6.00 Uhr MESZ) gegen Jordanien - Änderungen vorgenommen werden. Die weiteren Schritte bezüglich einer Nachbesetzung von Baumgartner im 26-Mann-Kader werden laut ÖFB-Angaben aktuell intern abgestimmt. Eine Information soll "zu gegebener Zeit" erfolgen.
Entwarnung gab es im Gegensatz zu Baumgartner bei David Alaba. Der ÖFB-Kapitän, der gegen die Tunesier wegen leichter Muskelprobleme zur Pause ausgetauscht worden war, unterzog sich am Dienstag ebenfalls einer MRT-Untersuchung. Diese habe aber keine Muskelverletzung ergeben. "Es besteht kein Grund zur Sorge", hieß es vom Verband. Alaba kann mit seinen Kollegen damit am Donnerstag planmäßig von Wien-Schwechat die Reise ins WM-Teamcamp nach Goleta bei Santa Barbara in Kalifornien antreten.
(APA)