Wer am Wochenende Fußball schauen will, denkt meist an Tore und Kreisliga-Stimmung. Seltener geht es um die Anreise. Doch genau die wird in Vorarlberg zunehmend zum Thema. Spritpreise steigen, Parkplätze werden knapper und teurer. Der Blick richtet sich damit stärker auf Bus und Bahn, und der zeigt ein sehr unterschiedliches Bild.
Bestens angebunden
Es gibt sie, die gut angebundenen Plätze. Der Dornbirner SV etwa profitiert von seiner Lage. Bahnhof Dornbirn-Haselstauden und Bushaltestelle liegen praktisch vor der Tür. Ähnlich komfortabel ist die Situation in Nenzing oder beim FC Götzis. Dort hält der Bus direkt beim Stadion oder zumindest in unmittelbarer Nähe. Auch in Lochau, mitten im Ortszentrum, ist der Weg kurz.
In solchen Fällen wird die Anreise fast zur Nebensache. Aussteigen, ein paar Schritte gehen, schon steht man am Spielfeldrand. Für viele Fans ist das der Idealfall.
Der Kilometer als Hürde
Ganz anders sieht es bei anderen Vereinen aus. In Röthis etwa beginnt der Spieltag für Öffi-Nutzer mit einem Fußmarsch. Vom Bahnhof Sulz-Röthis bis zum Sportplatz an der Ratz ist es mehr als ein Kilometer. Ähnlich weit ist es beim Harder Waldstadion oder bei der Sportanlage Müß in Fußach. Dort liegt die nächste Bushaltestelle sogar über einen Kilometer entfernt.
Auch Brederis fällt in diese Kategorie. Das Römerstadion liegt abgelegen hinter dem Golfplatz, der Weg zur Haltestelle zieht sich. Für viele mag das machbar sein. Doch für ältere Fans, Familien oder Auswärtsanhänger wird genau dieser Kilometer schnell zur Hürde.
Bus ja, aber mit Umwegen
Im Bregenzerwald zeigt sich ein anderes Problem. Oft gibt es zwar Bushaltestellen in der Nähe, doch die Verbindungen sind eingeschränkt. In Lingenau und Langenegg hält zwar die Linie 890, sie verkehrt jedoch nur zwischen wenigen Orten. Wer von weiter weg kommt, muss umsteigen.
Ähnlich ist die Situation in Bizau. Die Haltestelle liegt nahe, doch direkte Verbindungen fehlen. Fahrgäste müssen in Mellau oder Bezau umsteigen. Auch in Sulzberg fährt lediglich eine Linie mit begrenzter Strecke. Das bedeutet Planung. Spontan mit den Öffis zum Spiel fahren wird hier schwierig.
Solide Mitte mit kurzen Wegen
Dazwischen liegt eine breite Gruppe an Vereinen mit akzeptabler Anbindung. In Wolfurt etwa ist die nächste Haltestelle weniger als 500 Meter entfernt. In Alberschwende, Andelsbuch oder Hörbranz bewegt sich die Distanz in einem ähnlichen Rahmen.
Auch in Rankweil, Koblach oder Schwarzenberg sind die Wege überschaubar. Wer bereit ist, ein paar Minuten zu gehen, erreicht den Platz ohne größere Probleme.
Stadt gegen Land
Auffällig ist der Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Regionen. In Dornbirn oder Feldkirch ist das Netz dichter. Selbst wenn kein Bahnhof direkt beim Stadion liegt, sind Bushaltestellen meist nur wenige Hundert Meter entfernt.
In kleineren Gemeinden hingegen entscheidet oft eine einzige Linie über die Erreichbarkeit. Fällt sie weg oder fährt selten, wird auch der Fußballplatz schwer erreichbar.
Mehr als nur ein Randthema
Die Frage der Anreise ist längst mehr als eine Nebensache. Sie beeinflusst, wie viele Zuschauer den Weg ins Stadion finden. Gerade bei Auswärtsspielen kann eine komplizierte Verbindung abschreckend wirken.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass viele Plätze zumindest grundsätzlich angebunden sind. Oft fehlt nicht die Haltestelle, sondern die direkte Verbindung oder die Taktung.
Die Entwicklung hin zu weniger Parkplätzen könnte diesen Aspekt weiter in den Vordergrund rücken. Für Vereine und Gemeinden wird die Erreichbarkeit damit zunehmend Teil der Infrastruktur rund um den Fußball.
(VOL.AT)