Der Weg zum Fußballspiel beginnt längst nicht mehr erst am Stadiontor. Wer im Ländle ein Match besuchen will, steht immer öfter vor einer simplen, aber entscheidenden Frage: Auto, Fahrrad oder Öffis? Die Antwort fällt je nach Spielort sehr unterschiedlich aus.
Altach als Vorzeigemodell
Bundesligist SCR Altach zeigt, wie es funktionieren kann. Direkt vor dem Stadion gibt es eine Bushaltestelle, bedient vom Ortsbus „Am Kumma“ sowie vom Landbus 186. An Spieltagen ergänzt ein Shuttlebus das Angebot und verbindet Bahnhof und Stadion. Ein zusätzlicher Anreiz für Fans: Wer sein Ticket vorab kauft, kann die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen, denn die Eintrittskarte gilt an Spieltagen als Öffi-Ticket für An- und Abreise.
Der Fußballnachmittag wird damit nicht nur planbar, sondern auch niederschwellig. Gerade für Fans aus dem ganzen Land ist das ein klarer Vorteil.
Längere Wege in Lustenau
Anders stellt sich die Situation bei Zweitligist Austria Lustenau dar. Die neue Sun Minimeal Arena liegt ohne direkte Anbindung an eine größere Buslinie. Der Bahnhof befindet sich am anderen Ende der Marktgemeinde. Viele Verbindungen enden beim Engel-Kreisverkehr, von dort sind es mehr als 700 Meter zu Fuß bis zum Stadion.
Zwar existieren mit „Sonnenstraße“ und „Im Schützengarten“ nähere Haltestellen, doch dort verkehren lediglich die Linien 167 und 168, die ausschließlich innerhalb Lustenaus unterwegs sind. Für auswärtige Fans bedeutet das: Umsteigen oder längerer Fußweg.
Bregenz punktet mit Bahnhofsnähe
Deutlich komfortabler ist die Situation in Bregenz. Das ImmoAgentur Stadion liegt nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt, zusätzlich befindet sich eine Stadtbushaltestelle direkt vor dem Gelände. Die Heimspiele von SW Bregenz sind damit problemlos und ohne größere Umwege erreichbar.
Regionalliga mit gemischtem Bild
Ein Blick in die Regionalliga West zeigt ein ähnliches Muster. Beim FC Dornbirn profitieren Fans von der Lage der Birkenwiese: Der Bahnhof Dornbirn-Schoren sowie eine Bushaltestelle befinden sich in unmittelbarer Nähe.
In Hohenems hingegen ist etwas mehr Einsatz gefragt. Vom Bahnhof sind es knapp 750 Meter bis ins Herrenried, die nächstgelegene Bushaltestelle beim Cineplexx liegt rund 640 Meter entfernt.
Der FC Lustenau kämpft mit einer ähnlichen Ausgangslage wie die Austria. Der Bahnhof liegt weit entfernt, die Bushaltestelle „Holzstraße“ ist die nächstgelegene Option und mehr als einen halben Kilometer vom Stadion entfernt. Die Situation der Altach Juniors ist ähnlich wie bei den Profis der Bundesliga, nur dass kein Shuttlebus fährt. Dennoch ist das Schnabelholz durch die Bushaltestelle vor der Türe gut erreichbar.
Noch deutlicher wird die Distanz in Lauterach. Sowohl der Lauteracher als auch der Wolfurter Bahnhof liegen über zwei Kilometer vom Bruno Pezzey Stadion entfernt. Immerhin wurde mit der Haltestelle „Industriegebiet“ eine Alternative geschaffen. Von dort sind es weniger als 500 Meter bis zum Eingang.
Öffi Erreichbarkeit
Legende
Zwischen Komfort und Kompromiss
Der Vergleich zeigt: Während einige Standorte bereits gut auf den öffentlichen Verkehr ausgerichtet sind, bleibt bei anderen noch Luft nach oben. Gerade in Zeiten steigender Spritpreise und wachsender Umweltdebatten könnte die Anbindung an Bus und Bahn künftig eine noch größere Rolle spielen.
Für Fans bedeutet das vor allem eines: Die Wahl des Verkehrsmittels entscheidet zunehmend über den Komfort des Stadionbesuchs und manchmal auch darüber, wie lange der Weg zum Anpfiff tatsächlich dauert.
(VOL.AT)