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"Örni macht's": Warum dieser Hinterhofschrauber aus Hard keine Werbung braucht

Ernst Pressinger braucht kein Marketing - er wird empfohlen.
Ernst Pressinger braucht kein Marketing - er wird empfohlen. ©Strobel/VOL.AT
Zwei Urlauber aus der Steiermark stehen mit ihrem Fahrrad vor einem unscheinbaren Haus in Hard. Die Bremse ist kaputt, die Radtour scheint gelaufen. Viel Hoffnung haben sie nicht mehr – bis ihnen jemand einen Namen nennt: Örni.

Eine Werkstatt, die man fast übersieht

Ernst Pressinger, besser bekannt als Örni aus Hard, betreibt einen Bikeshop der etwas anderen Art: unscheinbar, versteckt im Hinterhof seines Wohnhauses.

Wer die Adresse nicht kennt, fährt an "Örnis Bikeshop" vermutlich vorbei. Nur ein kleines Schild in der Langenstegstraße weist auf die Werkstatt hin. Vor dem Haus stehen einige Fahrräder, die eigentliche Werkstatt liegt versteckt im Keller des Wohnhauses – erreichbar über eine steile Treppe.

Unten angekommen, erwartet die Kunden keine Hochglanz-Filiale, sondern eine klassische Schrauberwerkstatt: Werkzeug an den Wänden, Ersatzteile in Regalen, Fahrräder in allen Größen und Zuständen.

Hier arbeitet Örni – bodenständig, unkompliziert und mit sichtbar viel Leidenschaft fürs Schrauben.

"Örni macht’s, hieß es"

"Örni macht’s, hieß es – drum sind wir hier", sagt Herbert Wipfler aus der Steiermark und lacht erleichtert. Wenig später schraubt Örni bereits am defekten Bike. Damit die beiden ihren Urlaub trotzdem fortsetzen können, leiht er ihnen kurzerhand ein Ersatzrad. Eine Stunde später ist das Fahrrad repariert.

Die Laune ist gut beim steirischen Touristen Herbert Wipfler, denn "Örni macht’s und zwar sofort". In rund einer Stunde konnte das Bike mit der kaputten Bremse wieder geholt werden. ©Strobel/VOL.AT

"Kann auch von Hofer sein"

Welches Fahrrad jemand bringt, spielt für ihn keine Rolle. "Es ist egal, welches Rad – kann auch von Hofer sein", sagt Örni. Ob teures Rennrad, modernes E-Bike oder günstiges Alltagsfahrrad: Repariert wird alles, was sich noch reparieren lässt. Genau diese unkomplizierte Art hat dem Harder Fahrradmechaniker über Jahre einen besonderen Ruf eingebracht.

Große Werbung braucht er dafür nicht. Eine Website besitzt Örni bis heute nicht, auf Social Media ist er ebenfalls kaum präsent.

Örni bringt jahrelange Erfahrung aus der Fahrradbranche mit. Vor seiner Selbstständigkeit arbeitete er beim Harder Fahrradhersteller Simplon, später war er zehn Jahre lang bei Bike Puchmayr in Wolfurt tätig. Fahrräder seien für ihn weit mehr als nur ein Beruf, sagt Örni: Er mache das "mit Leib und Seele".

"Ich hatte schon einiges an Werkzeug, dann habe ich mich selbstständig gemacht." Ein Teil von Örnis Werkstatt. ©Strobel/VOL.AT

Fast nur Empfehlungen

Seine wichtigste Visitenkarte sind die Kunden selbst – und die Google-Bewertungen. Dort erreicht Örni derzeit die Höchstwertung von 5,0 Sternen.

Viele Rezensionen lesen sich weniger wie klassische Bewertungen, sondern eher wie persönliche Dankesbriefe. Kunden berichten von spontanen Reparaturen kurz vor Rennen, schnellen Hilfsaktionen bei Pannen oder davon, dass Örni selbst in seiner Freizeit noch Fahrräder repariert habe.

Immer wieder fallen dabei dieselben Begriffe: "unkompliziert", "freundlich" und "100 Prozent Einsatz".

Eine Kundin schreibt nach einer Reifenpanne etwa: "Unser Urlaub ist gerettet."

Voll motiviert in seiner Werkstatt: Örni, der seinen Keller für seine Selbstständigkeit nutzt. ©Strobel/VOL.AT

Bekannt weit über Vorarlberg hinaus

Vor dem Haus warten Fahrräder auf ihre Besitzer, hinter dem Wohnhaus lagern weitere Projekte unter einem kleinen Unterstand im Garten. Alles wirkt bodenständig, improvisiert und authentisch – genau so, wie man sich die Werkstatt eines leidenschaftlichen Schraubers vorstellt. Während viele Fahrradgeschäfte auf große Verkaufsflächen, Werbung und Social Media setzen, läuft bei Örni fast alles über Mundpropaganda.

Und das funktioniert offenbar.

"Ich habe mittlerweile fast 1000 Kunden. Die kommen von Wien bis Berlin – von überall her", sagt Örni.

Trotz der versteckten Lage finden täglich neue Kunden den Weg in den kleinen Keller in Hard. Oft nur wegen des prägenden Satzes:

"Örni macht’s."

(VOL.AT)

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