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Ohne diese Hose wurde ihr Heimweg zum Albtraum

Eigentlich gehört diese Hose immer dazu – bis sie plötzlich weg war.
Eigentlich gehört diese Hose immer dazu – bis sie plötzlich weg war. ©VOL.AT/Emilia Waanders
Emilia Waanders (VOL.AT) emilia.waanders@russmedia.com
Einmal verlor Lea ihre Hose. Auf dem Heimweg änderte sich plötzlich alles.

Warum sie nachts nie ohne diese Hose nach Hause geht

Eine 21-jährige Content Creatorin aus Dornbirn sorgt mit einem Social-Media-Video für Aufsehen. Darin erzählt Lea, dass sie ihre sogenannte "Weghose" im Club verloren hat – und auf dem Heimweg plötzlich mit massiven Belästigungen konfrontiert war.

Video: Lea (21) spricht über Catcalling und ihre "Weghose"

Schutzschicht für den Heimweg

Lea arbeitet seit rund fünf Jahren in der Clubszene. Für den Weg dorthin und zurück hat sie sich eine eigene Strategie angewöhnt: "Das ist meine Hose, die ich von und zum Club anziehe, damit ich mich einfach in der Nacht sicherer fühle."

Die Idee kam ursprünglich von ihrer Mutter. Gerade weil sie oft alleine unterwegs ist, sei das Nachtleben für Frauen gefährlich. Die Weghose dient dabei als zusätzliche Schutzschicht über kurzen Party-Outfits.

Die sogenannte "Weghose" dient Lea als zusätzliche Schutzschicht auf dem Heimweg vom Club. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Ohne Hose mehr Blicke – und Kommentare

Wie groß der Unterschied ist, hat Lea erst kürzlich selbst erlebt. Nachdem sie ihre Weghose verloren hatte, musste sie ohne zusätzlichen Schutz nach Hause gehen. "Da habe ich sehr, sehr viele Blicke gekriegt und auch echt Kommentare."

Besonders schockierend: "Der schlimmste Kommentar war: 'Geiler Arsch, darf man den ficken?'"

Solche Situationen seien keine Ausnahme. Oft handle es sich um Gruppen, aus denen heraus gerufen werde – häufig alkoholisiert. Ihre Reaktion: möglichst keine. "Als Frau alleine in der Nacht will ich nicht reagieren, weil du weißt ja, was dann auch passiert."

Kleidung als Ausdruck – nicht Einladung

Warum Lea trotz blöder Kommentare nicht auf kurze Kleidung verzichten möchte? Für sie sei Mode ein kreativer Ausdruck: "Ich bin Designstudentin, ich bin sehr kreativ. Mein Kleidungsstil ist ein Werk zum Ausdruck."

Sie betont: "Ich ziehe das nicht für die Bewunderung von Männern an." Catcalling mache sie nicht glücklich – im Gegenteil. "Ich ziehe mich für mich selber an."

Für Lea ist Kleidung Ausdruck ihrer Persönlichkeit – nicht eine Einladung für Kommentare. ©VOL.AT/Emilia Waanders

Mehr Zivilcourage gefordert

Damit sich die Situation verbessert, sieht Lea vor allem die Gesellschaft in der Pflicht. Es brauche mehr Bewusstsein dafür, dass Belästigungen Alltag vieler Frauen sind.

Ihr Appell richtet sich auch an das Umfeld der Täter: "Dass Kolleginnen und Kollegen sagen: 'Hey, lass das, so was ist unangebracht.'" Ebenso fordert sie mehr Selbstreflexion: "Schau nicht blöd, sag einfach gar nichts – mind your own business."

Die Weghose bleibt für Lea vorerst Alltag – als pragmatische Antwort auf ein Problem, das aus ihrer Sicht noch lange nicht gelöst ist.

"Signal for Help"

Das "Signal for Help" ist ein Handzeichen, mit dem Frauen in Notsituationen lautlos um Hilfe bitten können. Dies signalisiert Gefahr, etwa bei häuslicher Gewalt oder Bedrängung. Bei Sichtung: Polizei rufen, Person nicht direkt ansprechen, aber überwachen.

©VOL.AT/Emilia Waanders.
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(VOL.AT)

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