PFAS im Trinkwasser: Vorarlberg deutlich unter Schnitt
Im Vorarlberger Trinkwasser wurde die langlebige Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) nachgewiesen. Laut einer aktuellen Untersuchung der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 liegt die Belastung im Bundesland jedoch deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt.
Messwerte unter dem Österreich-Schnitt
Für die Studie wurden zehn Proben aus verschiedenen Vorarlberger Gemeinden analysiert. Der durchschnittliche TFA-Wert beträgt 0,62 Mikrogramm pro Liter. Die gemessenen Einzelwerte bewegen sich zwischen 0,36 und 0,92 Mikrogramm pro Liter.
Zum Vergleich: Österreichweit liegt der Durchschnitt bei 0,96 Mikrogramm pro Liter. In einzelnen Regionen – etwa in Oberösterreich – wurden Spitzenwerte von bis zu 4,6 Mikrogramm pro Liter festgestellt.
Warum Vorarlberg besser abschneidet
Fachleute sehen mehrere Gründe für die vergleichsweise niedrige Belastung im Westen Österreichs. Entscheidend sind vor allem:
- geringere Intensität der Landwirtschaft
- hoher Anteil an Grünland und Wald
- starke Nutzung von Quell- und Bergwasser
Dieses Muster zeigt sich auch international: Regionen mit wenig intensivem Ackerbau weisen tendenziell niedrigere Konzentrationen von TFA auf.
Kaum erforscht – aber extrem langlebig
TFA gehört zur Gruppe der sogenannten PFAS-Chemikalien, die als "Ewigkeits-Chemikalien" gelten. Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab und können weder gefiltert noch zerstört werden.
Die konkreten Auswirkungen von TFA auf die Gesundheit sind laut Studienlage noch wenig erforscht. Andere PFAS-Verbindungen stehen jedoch im Verdacht, hormonelle Veränderungen auszulösen und das Krebsrisiko zu erhöhen.
Kein Grenzwert – aber Orientierung vorhanden
Ein gesetzlicher Grenzwert für TFA im Trinkwasser existiert derzeit nicht. Alle gemessenen Werte – auch in Vorarlberg – liegen jedoch deutlich unter dem in Deutschland geltenden Leitwert von 60 Mikrogramm pro Liter.
Nach aktuellem Wissensstand stellen die gemessenen Konzentrationen kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar. Gleichzeitig warnen Fachleute vor der langfristigen Anreicherung in der Umwelt.
Politische Forderungen nach strengeren Regeln
Die Vorarlberger Grünen fordern angesichts der Ergebnisse ein umfassendes Verbot von PFAS-Chemikalien. Zudem sprechen sie sich für vorsorgeorientierte Grenzwerte und ein stärkeres Monitoring aus.
Klubobmann Daniel Zadra betonte laut Aussendung, dass ein flächendeckendes Bild der Belastung notwendig sei – sowohl im Trinkwasser als auch im Boden und besonders in sensiblen Regionen wie Landwirtschaftsgebieten oder in der Nähe von Industrieanlagen.
(VOL.AT)