Zum Abschluss der Hallensaison haben Vorarlbergs Leichtathleten noch einmal ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Bei den österreichischen Hallen-Staatsmeisterschaften sowie den Unter-18-Titelkämpfen in der neuen Sport Arena in Wien holte die Equipe des Vorarlberger Leichtathletikverbandes (VLV) neun Medaillen. Viermal Gold, viermal Silber und einmal Bronze standen zu Buche. Dazu kamen zahlreiche persönliche Bestmarken und ein ÖLV-Rekord.
Gold und Silber
Für das sportliche Highlight sorgte das 60-Meter-Finale der Frauen. Schon im Vorlauf hatte sich ein Duell auf höchstem Niveau abgezeichnet. Die Jahresschnellste Isabel Posch (TS Lustenau) und Magdalena Lindner (St. Pölten) liefen im Vorlauf jeweils 7,33 Sekunden. Im Finale lieferten sich die beiden einen packenden Schlagabtausch. Von der Start- bis zur Ziellinie lagen sie nahezu gleichauf, ehe Lindner um fünf Hundertstel die Nase vorne hatte. In 7,21 Sekunden fixierte sie ihren sechsten Hallentitel in Serie, verbesserte ihre Bestmarke um elf Hundertstel und rückte in der ewigen ÖLV-Bestenliste auf Rang zwei vor. Zudem brachte sie sich im Rennen um ein Ticket für die Hallen-WM in eine hervorragende Position.
Posch musste sich an ihrem 26. Geburtstag trotz persönlicher Bestzeit von 7,26 Sekunden mit Silber begnügen. „Jede Wettkämpferin will gewinnen, wenn sie am Start steht, darum kann ich mich über die neue Bestmarke gerade noch nicht so freuen. Aber es war ein richtig guter Lauf. Mit so schnellen Leuten neben mir ist es etwas ganz anderes, als alleine zu laufen“, sagte die Fußacherin.
Ohne spezifische Vorbereitung trat Posch im Weitsprung an. Ihren letzten Wettkampf in dieser Disziplin hatte sie im Mai 2025 bestritten, Weitsprungtraining stand seither kaum auf dem Programm. Dennoch setzte die 26-Jährige starke 6,35 Meter in die Sandgrube. Diese Weite sollte an diesem Tag unerreicht bleiben. Posch beendete den Bewerb vorzeitig, um im Hinblick auf eine mögliche WM-Teilnahme im Sprint kein Risiko einzugehen. „In Wahrheit habe ich kein einziges Weitsprungtraining gemacht, nur eine Anlaufkontrolle vor ein paar Tagen. Dafür war die Weite mega. Es hätte auch komplett schiefgehen können. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es heute so weit geht. Die Goldene im Weitsprung ist die Kirsche auf der Geburtstagstorte.“
Für einen historischen Moment sorgte Theresia Emma Mohr (TS Egg) im 3000-m-Bahngehen. Die junge Wälderin gewann in 12:50,61 Minuten und unterbot damit den seit 1993 bestehenden ÖLV-Rekord von Viera Toporek, der bei 12:52,26 gestanden war. „Der Rekord war mein Ziel. Da ich mich etwas krank gefühlt habe, war ich unsicher, ob es sich ausgehen kann. Jetzt bin ich erleichtert und freue mich sehr. Mein großes Ziel heuer ist die Qualifikation für die EM in Birmingham“, erklärte Mohr.
Im Weitsprung der Männer ging Mehrkämpfer Niklas Voss von der SG Götzis erstmals als Favorit in eine Einzeldisziplin bei Staatsmeisterschaften. Nach Bronze im Vorjahr musste sich Voss diesmal mit 7,05 Metern nur Dreisprung-Ass Endiorass Kingley (OÖ) geschlagen geben und holte mit 7,05 Meter die Silbermedaille.
Ebenfalls Rang zwei sicherte sich Lisa Redlinger (TS Lustenau) über 3000 Meter. In 9:12,24 Minuten stellte Redlinger einen neuen VLV-Rekord auf. Bronze ging an Michael Gantner (ULC Dornbirn), der die 400 Meter in persönlicher Bestzeit von 48,40 Sekunden absolvierte.
Bei den U-18-Burschen wurde Zsombor Klucsik (TS Egg( seiner Favoritenrolle gerecht und holte über 400 Meter in 50,20 Sekunden Gold.
Bei den Mädchen verteidigte Sophia-Maria Thoma (TS Bludenz)ihren Titel im Kugelstoßen. Mit 13,79 Metern stellte sie eine persönliche Bestleistung auf. Silber gewann Laura Hehle (SV Lochau) im Weitsprung mit 5,53 Metern.
(VOL.AT)