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Protest von Tierschützern: Kein Almabtrieb im Allgäu

Die Kuhherden werden nach einem Sommer auf der Alm herunter ins Dorf getrieben
Die Kuhherden werden nach einem Sommer auf der Alm herunter ins Dorf getrieben ©APA
In Maierhöfen im Westallgäu gibt es heuer keine Viehscheid-Veranstaltung. Die Älpler sahen sich mit heftigen Protesten von Tierschützern konfrontiert.

Nicht nur in Vorarlberg, auch im benachbarten Allgäu finden im September die traditionellen Alpabtriebe statt. Dort werden sie "Viehscheid" genannt. Doch die beliebte Tradition ist in Gefahr. Ganz abgesagt wurde die Viehscheid schon in Maierhöfen (Landkreis Lindau).

Seit 1906 liefen dort alljährlich die Kühe beim Alm-Abtrieb des Hochgrats (1800 Meter) auf den Weg zurück ins Tal nach Maierhöfen, wo sie begeistert empfangen wurden. Aber das ist nun Geschichte. Die Landwirte haben mehrheitlich dafür gestimmt, nach der Corona-Pause, den traditionellen Viehscheid nicht mehr in der gewohnten Form wiederaufleben zu lassen.

Proteste von Tierschützern

Als Grund wird auch der vehemente Protest von Tierschützern genannt. Diese orten in dem gut 30 Kilometer langen Marsch eine zu große Belastung für die Rinder.

Laut Alpmeister Herbert Mader würden die Älper sogar bedroht, wie er gegenüber Bild.de sagt: „Tiermörder, Tierquäler und andere Beschimpfungen standen in Briefen. Auch Morddrohungen waren dabei“.

Hassbriefe gefunden

Nun organisieren die Landwirte in Eigenregie den Abtransport der Tiere von den Alpen. Die meisten werden in Anhänger verladen.

Einer der Betroffenen ist auch der Bregenzerwälder Älpler Martin Meusburger von der Alpe Schilpere am Hochgrat: "Hier oben haben wir auch schon Hassbriefe gefunden. Der Auf- und Abtrieb macht den Kühen nichts aus. Das Zusammenpferchen im Lkw macht mir eher Sorgen", sagt er gegenüber Bild.de.

Der Viehscheid Maierhöfen ist nicht der einzige, der ausstirbt. Auch die Nachbargemeinde kippte die Tradition.

Tierschützer sehen Almabtriebe kritisch

Doch wie belastend ist so ein Almabtrieb für die Rinder wirklich? Tierschützer sehen den Weg der Rinder auf die Almen und wieder zurück ins Tal kritisch. Ein Sprecher einer Klinik für Wiederkäuer sagte gegenüber der BILD: "Es passiert ab und an, dass Kühe beim Weg ins Tal hinfallen, sich ein Bein brechen. Auch Teerstraßen sind für die Gelenke des Viehs nicht optimal. Es ist eine ruppige Tradition." Dem widersprechen allderdings die Älpler: Den ganzen Sommer über würden die Rinder auf der Alp verbringen, da seien sie das Laufen gewohnt, so Alpmeister Mader gegenüber all-in.de. "Noch nie habe sich ein Rind ein Bein gebrochen".

(VOL.AT)

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