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Radprojekte um Jahre verschoben: Land bestätigt Kürzungen

Das Land Vorarlberg reduziert die Förderung für Radverkehrsprojekte von 70 auf 50 Prozent.
Das Land Vorarlberg reduziert die Förderung für Radverkehrsprojekte von 70 auf 50 Prozent. ©Philipp Steurer
Das Land Vorarlberg hat die Förderung für Landesrouten im Alltagsradverkehr von 70 auf 50 Prozent reduziert. Zudem werden mehrere wichtige Radverkehrsprojekte später umgesetzt als ursprünglich geplant.

Das geht aus der Beantwortung einer Landtagsanfrage der SPÖ durch Landesstatthalter Christof Bitschi hervor.

Förderquote rückwirkend gesenkt

Die Anpassung der Förderrichtlinien erfolgte im Mai und gilt rückwirkend für Projekte, die seit Juli 2025 eingereicht wurden. Damit bestätigt das Land Angaben der Initiative Pro Rad Vorarlberg, die die Kürzungen bereits zuvor öffentlich gemacht hatte.

Die Initiative sieht dadurch die Finanzierung wichtiger Radverkehrsprojekte gefährdet. "Alle unsere Befürchtungen werden bestätigt", erklärt Veronika Rüdisser, Vorstandsmitglied der Radlobby und Mitinitiatorin von Pro Rad Vorarlberg.

Aus der Anfragebeantwortung geht zudem hervor, dass mit den Kummenberg-Gemeinden im Jänner 2025 noch "die Fortgeltung der bisherigen Konditionen vereinbart" worden sei. Auch den plan-B-Gemeinden sei laut dem Schreiben im Juni 2025 mitgeteilt worden, dass es "keine allzu großen Verschiebungen" bei den Förderrichtlinien geben werde.

Mehrere Vorhaben später als geplant

Erstmals werden in der Anfragebeantwortung auch konkrete zeitliche Verschiebungen bei einzelnen Projekten genannt. So wird die Radschnellverbindung Vorderland am Kumma nach aktuellem Stand nicht bis 2030 vollständig umgesetzt sein.

Laut Land umfasst der aktuelle Förderantrag nur jene Abschnitte, die bis zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt werden können. Eine Verlängerung der Frist durch den Bund sei nicht möglich gewesen. Der Neubau des Radwegs zwischen Lustenau und Dornbirn ist laut Budgetplanung für die Jahre 2029 und 2030 vorgesehen.

Auch die geplante Unterführung für Fußgänger und Radfahrer an der L190 in Wolfurt unter der Senderstraße wird später kommen. Nach aktuellem Stand ist eine Umsetzung frühestens ab 2032 vorgesehen.

Kritik an den Prioritäten

Die Initiative Pro Rad Vorarlberg wertet die Kürzungen und Projektverschiebungen als Rückschlag für den Ausbau des Radverkehrs.

Johannes Rauch, ehemaliger Mobilitätslandesrat und Mitglied der Initiative, sieht darin eine veränderte Prioritätensetzung in der Verkehrspolitik. Aus seiner Sicht würden Radverkehrsprojekte verzögert und Budgets reduziert, während in anderen Bereichen weiterhin investiert werde.

(VOL.AT)

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