Rätsel um Sonderflug: Boeing landet heimlich in Zürich
Der Flug kam aus Bratislava – und blieb nicht lange. Bereits um 6.48 Uhr hob die Maschine wieder ab, diesmal mit Ziel Hurghada in Ägypten, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet.
Sondergenehmigung als "Staatsluftfahrzeug"
Wie der Flughafen Zürich gegenüber Schweizer Medien bestätigte, handelte es sich um ein sogenanntes Staatsluftfahrzeug. Die notwendige Ausnahmegenehmigung wurde demnach vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erteilt.
Solche Bewilligungen sind selten, aber möglich – etwa für Rettungs-, Polizei- oder Regierungsflüge.
Auffällige Details nähren Spekulationen
Mehrere Indizien geben Raum für Spekulationen. Die Flugnummer – TVS470P – deutet auf einen sogenannten Leerflug hin. Das würde bedeuten: Passagiere könnten erst in Zürich zugestiegen sein.
Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Umstand: Während sich die Maschine am Boden befand, waren die öffentlich zugänglichen Webcams am Flughafen zeitweise deaktiviert.
Nach dem Zwischenstopp in Ägypten ging die Reise noch weiter. Am selben Tag landete das Flugzeug schließlich in Bujumbura in Burundi.
Verbindung zu Ausschaffungsflügen?
Die Kombination aus Route, Flugzeugtyp und Standort in Zürich sorgt nun für Diskussionen. Beobachter verweisen darauf, dass der zugewiesene Standplatz in der Nähe des Zentrums für ausländerrechtliche Administrativhaft liegt.
Das nährt den Verdacht, es könnte sich um einen sogenannten Ausschaffungsflug gehandelt haben – also um die Rückführung von Personen ohne Aufenthaltsrecht.
Für Klarheit sorgt nun eine offizielle Bestätigung: Wie "20 min.ch" berichtet, hat der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr erklärt, dass es sich tatsächlich um einen Ausschaffungsflug gehandelt habe. "Ein Sonderflug nach Burundi, um abgewiesene Asylsuchende in ihr Heimatland zurückzuführen. Besten Dank der Kantonspolizei Zürich, weiteren Polizeikorps sowie dem Staatssekretariat für Migration (SEM) für diesen gemeinsamen Effort", wird Fehr zitiert.
(VOL.AT)